Der Wirtschaftswissenschaftler Wildo González analysierte die möglichen Auswirkungen einer Abwertung des Guarani auf die öffentlichen Haushalte Paraguays. Er erläuterte, dass eine Schwächung der Landeswährung kurzfristig den Schuldendienst verteuert, da etwa 85 % der öffentlichen Schulden in Fremdwährung denominiert sind. Der Staat müsste somit mehr Guarani aufwenden, um dieselben Verpflichtungen in US-Dollar zu begleichen.
González wies jedoch darauf hin, dass dieser negative Effekt teilweise durch höhere Steuereinnahmen aufgefangen werden könnte. Diese werden in Guarani kassiert und steigen tendenziell mit der heimischen Wirtschaftsleistung. Mittelfristig könnte eine moderate und schrittweise Abwertung sogar vorteilhaft sein, indem sie die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte verbessert und das nominale Wirtschaftswachstum ankurbelt, was wiederum die Steuereinnahmen stärken würde.
Der Analyst warnte, dass das Hauptrisiko in einer abrupten Anpassung liege. Ein starker und schneller Verfall des Guarani könnte inflatorischen Druck erzeugen und die Zentralbank von Paraguay (BCP) zu Zinserhöhungen zwingen – eine Maßnahme, die die Konjunktur tendenziell abbremsen würde.
Auf die Frage, ob ein Wechselkursadjustment ohne Erschütterung der Stabilität möglich sei, antwortete González bejahend, sofern der Prozess geordnet verlaufe. Seine Einschätzung zufolge erscheint der aktuelle Wechselkurs im Vergleich zu den wirtschaftlichen Fundamentaldaten etwas "rückständig"; eine graduelle Korrektur wäre daher eine natürliche Anpassung und keine Krise. Damit dieses Szenario erfolgreich ist, seien drei Bedingungen nötig: eine langsame Anpassung, eine Finanzierung der Staatsverschuldung, die den heimischen Markt nicht übermäßig belastet, und eine angemessene Steuerung der internationalen Reserven durch die BCP.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, könnte die Wirkung neutral oder positiv ausfallen, wobei sich die Wirtschaft ohne größere Erschütterungen anpasst und die Exporte an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Andererseits könnte ein zu langes Verhindern der Anpassung zu einer Ansammlung von Ungleichgewichten führen, was die letztendlichen Kosten erhöhen würde, so das Fazit des Wirtschaftsexperten.
