Der Ingenieurverband der ANDE (UIA) hat vorgeschlagen, den Stromverbrauch der stromintensiven Industrien in Paraguay auf 700 Megawatt zu begrenzen, um die Energieversorgungssicherheit des Landes zu wahren und strategische Ressourcen mittel- und langfristig nicht zu gefährden.
Der Ingenieur Manuel Mattel, Präsident der UIA, erklärte, dass der Vorschlag nach einer technischen Analyse entstanden sei, die nach der Aufhebung der Dekrete durchgeführt wurde, welche großen Stromverbrauchern besondere Tarifbedingungen gewährt hatten.
Laut Mattel hält die Gewerkschaft es für erforderlich, einen Fahrplan für künftige Investitionen in Industrien mit hohem Stromverbrauch zu erstellen, darunter Rechenzentren, Projekte im Bereich Künstliche Intelligenz und andere technologische Tätigkeiten, die große Strommengen erfordern.
Die Obergrenze von 700 MW entspricht etwa 10 Prozent der aktuell für Paraguay verfügbaren Erzeugungskapazität. „Wir denken vor allem an die Energieversorgungssicherheit. Wir versuchen, die Auswirkungen zu begrenzen, die diese Industrien auf den künftigen Bedarf an neuen Erzeugungsquellen haben können", erklärte der Ingenieur.
Nach Einschätzung der Ingenieure sieht sich Paraguay mit einer Situation konfrontiert, in der der verfügbare Stromüberschuss aufgrund des wachsenden Inlandsbedarfs und der Entwicklung neuer Wirtschaftszweige progressiv schrumpft. Sie warnten davor, dass Paraguay bei Beibehaltung des derzeitigen Verbrauchstempos in den kommenden Jahren die Investitionen in neue Stromerzeugungsquellen beschleunigen müsse, was höhere Kosten verursachen würde als die Wasserkraft aus Itaipú und Yacyretá.
Die Analyse der UIA stützt sich auf die jüngste Erfahrung mit dem Krypto-Mining, einer Tätigkeit, die seit 2022 in Paraguay betrieben wird und durch ihren hohen Energiebedarf ähnliche Merkmale wie Rechenzentren und KI-Projekte aufweist. Laut Mattel haben sich die ursprünglich prognostizierten wirtschaftlichen Vorteile dieser Art von Industrie nicht in dem erwarteten Umfang materialisiert, ohne nennenswerte Auswirkungen auf die Industrialisierung, die technologische Entwicklung oder die Schaffung einer großen Anzahl von Arbeitsplätzen.
Paraguay ist für seine Stromerzeugung stark von den Wasserkraftwerken Itaipú und Yacyretá abhängig, und der verfügbare Stromüberschuss hat als Anreiz für Investitionen in stromintensive Sektoren wie Rechenzentren und KI-Projekte in Südamerika gedient. Der Vorschlag der UIA könnte das Tempo dieser Investitionen und die regionale Energiestrategie des Landes beeinflussen.
