Abschiedsbrief enthüllt Missbrauchsvorwürfe und Vernachlässigung in Lambaré-Tragödie

Ein nach dem Tod einer Mutter und ihres 7-jährigen Sohnes in Lambaré gefundener Abschiedsbrief enthüllt Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs und systematischer Misshandlung des Minderjährigen, angeblich durch den leiblichen Vater, und weist auf Versäumnisse der Behörden hin.

Der Fall von Kindstötung gefolgt von Selbstmord, der sich am Sonntag in Lambaré ereignete und eine Mutter und ihren 7-jährigen Sohn das Leben kostete, erhielt durch die Entdeckung eines Abschiedsbriefs neue Konturen. Der Text, den die Frau auch vor dem Ende in ihrem WhatsApp-Status veröffentlichte, wurde zu einer Anzeige über angeblichen sexuellen Missbrauch und systematische Misshandlung des Minderjährigen durch den leiblichen Vater, von dem sie getrennt lebte.

Die Beamten der Comisaría 4ª de Lambaré und das Personal der Kriminaltechnik führten die ersten Maßnahmen unter der Leitung der diensthabenden Staatsanwältin des Ministerio Público, Nora Cubilla, durch. Die strafrechtliche Ermittlung konzentriert sich nun auf den durch das Schreiben offenbarten Kontext, der darauf hindeutet, dass die drastische Entscheidung der Mutter auf unerträgliches Leid und Verzweiflung angesichts des Fehlens wirksamer Reaktionen der Behörden zurückzuführen war.

Die Frau hielt fest, dass der Junge seit seinem 3. Lebensjahr Opfer von Missbrauch war, und beschrieb schwere Fälle körperlicher Misshandlung, einschließlich Einsperren und Nahrungsentzug, eine Situation, die angeblich der Großmutter väterlicherseits bekannt war. Die Mutter gab auch an, dass der Fall bereits formell bei der Comisaría 4ª de Lambaré angezeigt und an eine Staatsanwaltschaft der Stadt weitergeleitet worden sei, wobei der Minderjährige auf einen geplanten psychologischen Termin wartete.

Auszüge aus dem Brief spiegeln den Schmerz des Opfers über die psychischen Folgen für den Sohn und die offensichtliche Straflosigkeit des Beschuldigten wider. „Mein Herz hält diesen Schmerz, dieses Leid nicht mehr aus, und zu sehen, wie mein Sohn leidet. Es gibt keinen einzigen Tag, an dem er sich nicht an alles erinnert, was dieser Widerling ihm angetan hat“, schrieb sie und zeigte damit den emotionalen Zusammenbruch, der sie zu der Entscheidung getrieben haben soll.

Die Frau kritisierte auch das Justizsystem und brachte die Tragödie mit institutioneller Vernachlässigung in Verbindung. „Heute blutet mein Herz vor Schmerz, weil ich es nicht mehr ertrage (…) Ich hoffe, dass ich nach meinem Tod Gerechtigkeit erfahre.“