Wissenschaftler des IICS-UNA kartieren das Genom der Superbakterie MRSA bei Kindern in Paraguay

Wissenschaftler des IICS-UNA haben die erste Genomkartierung des Superbakteriums MRSA in Paraguay abgeschlossen. Dabei identifizierten sie drei vorherrschende Genfamilien sowie mehrere Resistenz- und Virulenzgene, die lokal, insbesondere bei pädiatrischen Patienten, bisher nicht nachgewiesen worden waren.

Wissenschaftler des IICS-UNA kartieren das Genom der Superbakterie MRSA bei Kindern in Paraguay
KI-generierte Illustration.

Wissenschaftler des Instituts für Gesundheitswissenschaftliche Forschung der Nationalen Universität von Asunción (IICS-UNA) haben die erste genomische Karte des Bakteriums Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) in Paraguay erstellt, das als Superbakterium gilt. Die von den Forscherinnen Rosa Guillén und Claudia Salinas durchgeführte Studie löste im Gesundheitsbereich Alarm aus, da sie die Ausbreitung, Anpassungsfähigkeit und Resistenzmechanismen des Erregers im Land aufzeigte, insbesondere bei pädiatrischen Patienten.

Die Untersuchung identifizierte erstmals die Zirkulation von drei großen, im paraguayischen Gebiet vorherrschenden genetischen Familien: die klonalen Komplexe CC30, CC5 und CC8. Die detaillierte Analyse dieser Klone wies mehrere, lokal zuvor nie erfasste Resistenz- und Virulenzgene nach, was eine besorgniserregende Anpassungsfähigkeit des Superbakteriums in der Kinderpopulation belegt.

MRSA-Infektionen können sich rasch zu hochkomplexen Krankheitsbildern wie Lungenentzündungen, Osteomyelitis und Sepsis entwickeln und stellen ein kritisches Risiko für die vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen dar. Die analysierten Stämme weisen eine Resistenz gegen Penicillin auf, zudem ist eine progressive Zunahme der Resistenz gegen andere antimikrobielle Mittel zu beobachten, was die verfügbaren therapeutischen Optionen für Ärzte verringert. Obwohl Medikamente wie Vancomycin in schweren Fällen noch wirksam sind, warnen Experten, dass der Handlungsspielraum zunehmend begrenzt ist.

Die Autoren der Studie betonen, dass der Zugang zu diesen genetischen Informationen ein grundlegender Schritt ist, um die epidemiologische Überwachung und die Früherkennungssysteme in Paraguay dringend zu aktivieren. Damit festigt die Arbeit ihre Stellung als erste genomische MRSA-Studie, die im Land durchgeführt wurde.

Quellen (1)

Aktualisiert: 30.06.2026, 01:30