Die Einigung der Regierung mit einem Teil der Gewerkschaften hat den für den 17. und 18. September geplanten landesweiten Lehrerstreik in Paraguay verringert, aber nicht beendet. Der Lehrerverband Paraguays (FEP) und andere Organisationen akzeptierten eine Lohnerhöhung von 5 Prozent ab 2027, während OTEP-SN, OTEP-Auténtica und UNE-SN zunächst an den Protesten für eine Erhöhung um 8 Prozent und mehr Mittel für das Bildungswesen festhielten.
Die Lohnerhöhung wird in zwei Schritten umgesetzt: 2,4 Prozent ab Januar und 2,6 Prozent ab Juli 2027. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 47 Millionen US-Dollar. Das Paket sieht außerdem 9 Millionen US-Dollar für die Lehrerlaufbahn, 40 Milliarden Guaraní zur Begleichung einer seit 2015 aufgelaufenen Arbeitgeber-Schuld des Bildungsministeriums (MEC) gegenüber dem Sozialversicherungsinstitut (IPS) sowie 35 Milliarden Guaraní für Neueinstellungen vor – 16 Milliarden Guaraní mehr als ursprünglich geplant.
Die Vereinbarung wurde vom Bildungsminister Luis Fernando Ramírez, Vertretern des Finanzministeriums sowie Repräsentanten der FEP, der Paraguayischen Lehrervereinigung, des Lehrerverbands Paraguays und der Vereinigung der Lehrkräfte und Mitarbeiter des paraguayischen Bildungswesens unterzeichnet. Der Text sieht zudem Arbeitsgruppen zu Themen wie Lehrerkarriere, Ausbildung, Evaluation, beruflicher Weiterentwicklung und inklusiver Bildung vor.
Die Gewerkschaften, die das Angebot ablehnten, argumentieren, dass die Erhöhung um 5 Prozent die aufgelaufenen Verluste nicht vollständig ausgleicht und die Erhöhung der Beiträge zur staatlichen Pensionskasse um drei Prozentpunkte nicht kompensiert. Sie verweisen zudem auf Defizite bei Unterrichtsstunden, frühkindlicher Bildung und spezialisierten Angeboten. Gabriel Espínola von OTEP-A warf der FEP-Führung vor, die ursprüngliche Forderung nach 8 Prozent fallen gelassen zu haben, während Silvio Piris die Einigung als Fortschritt verteidigte und erklärte, der Kampf für einen höheren Prozentsatz werde im Parlament weitergehen.
Am Vormittag kündigten die abweichenden Gruppen Kundgebungen in Asunción und Mobilisierungen in anderen Landesteilen an. Später teilte Espínola nach einem Treffen im Finanzministerium mit, dass OTEP-A den Streik aussetzen und der Unterricht am Freitag wieder aufgenommen werde. Die Situation der übrigen Organisationen hänge von den Entscheidungen ihrer Basis ab.
Die Regierung hatte angekündigt, das Arbeitsministerium um eine Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen für den Streik zu bitten. Ramírez betonte, es werde keine weitere Lohnerhöhung außerhalb der Vereinbarung geben, und warnte, das Fehlen von Lehrkräften schade direkt den Schülern. Die Spaltung der Gewerkschaften hält jedoch die Debatte über den Staatshaushalt 2027 und die strukturelle Finanzierung des öffentlichen Schulsystems offen.
