Sinamed entscheidet am Donnerstag über möglichen neuen landesweiten Ärztestreik in Paraguay

Der Ärzteverband Sinamed entscheidet am Donnerstag, 3. September, ob nach einem fünftägigen Ausstand ein neuer landesweiter Streik im öffentlichen Gesundheitssystem ausgerufen wird. Die Unzufriedenheit mit Gehältern, Arbeitsbedingungen und der Versorgung mit Medikamenten und medizinischem Material bleibt bestehen.

Sinamed entscheidet am Donnerstag über möglichen neuen landesweiten Ärztestreik in Paraguay

Der Nationale Ärzteverband (Sinamed) entscheidet am Donnerstag, 3. September, ob ein neuer landesweiter Streik im öffentlichen Gesundheitssystem Paraguays ausgerufen wird. Die außerordentliche Versammlung ist für 19:30 Uhr und 20:00 Uhr im ehemaligen Metropolitanseminar in Asunción angesetzt, nachdem vergangene Woche bereits fünf Tage lang gestreikt wurde. Die beiden Uhrzeiten entsprechen den Angaben zur Einberufung; daraus geht nicht hervor, dass zwei getrennte Veranstaltungen stattfinden.

Rossana González, Generalsekretärin des Sinamed, erklärte, die Ärzte seien weiterhin unzufrieden mit den Antworten der Regierung auf Forderungen nach Gehaltsanpassungen, besseren Arbeitsbedingungen und einer regelmäßigen Versorgung mit Medikamenten und medizinischem Material. „Wir bleiben bei unseren Forderungen“, betonte sie. Der Verband verlangt ein offizielles Angebot, wie die Gewerkschaft es bezeichnet, mit Dokumenten, Zeitplan und klaren Umsetzungsregeln.

Die Regierung hat bisher keine allgemeine Gehaltserhöhung akzeptiert. Wirtschafts- und Finanzminister Óscar Lovera bezeichnete dieses Modell als „nicht tragbar“ für den Staat und sprach sich für eine ärztliche Laufbahn aus, die auf Einstellung, Aufstieg, Dienstalter, Spezialisierung und Leistung basiert. Ein solcher Vorschlag müsste mit den Gewerkschaften verhandelt, vom Kongress gebilligt und mit einer Haushaltsplanung unterlegt werden.

Lovera stellte den Entwurf des Staatshaushalts 2027 vor, der ₲ 18,2 Billionen für das Gesundheitswesen vorsieht. Weitere ₲ 6,3 Billionen sollen für finanzielle Verpflichtungen des Systems und ₲ 1,7 Billionen zur Sicherstellung der kontinuierlichen Versorgung mit wichtigen Medikamenten und medizinischem Material verwendet werden. Die Regierung kündigte zudem die Regularisierung von fast 2.400 Fachkräften an, mit dem Ziel, bis Ende dieses Jahres und Anfang 2027 50% von ihnen zu regularisieren. Sinamed hält den Plan von etwas mehr als 2.000 vorgesehenen Einstellungen oder Ernennungen von Ärzten für 2026 für unzureichend und verweist darauf, dass das System etwa 9.000 zusätzliche Fachkräfte benötige.

Der Verband fordert zudem eine detaillierte Aufschlüsselung der angekündigten rund 760 Millionen US-Dollar für Medikamente, Material und Zahlungen an Lieferanten. González verlangte eine verbindliche Antwort zur doppelten Bezahlung von Feiertagsarbeit und kritisierte die Auslagerung von Dienstleistungen, die Patienten zwingen könnte, für Untersuchungen weitere Wege auf sich zu nehmen.

Über 400 Fachärzte aus Bereichen wie Chirurgie, pädiatrische Intensivmedizin, Anästhesie und Neurologie haben ihren Rücktritt eingereicht. Zudem wurden mögliche weitere Rücktritte am Nationalen Krebsinstitut (Incan) gemeldet. Im Haushaltsentwurf soll das Budget des Instituts von 111 Millionen US-Dollar im Jahr 2026 auf 195 Millionen US-Dollar im Jahr 2027 steigen.

Die Krise erreichte das Abgeordnetenhaus. Die Opposition hinterfragte den Bau von Krankenhäusern ohne Garantie für Ärzte, Ausstattung, Medikamente und Material. Der Colorado-Abgeordnete Alejandro Aguilera verteidigte Investitionen von über 700 Millionen US-Dollar in Krankenhäuser, den Kauf von mehr als 200 Krankenwagen und die Erhöhung des Medikamentenbudgets von ₲ 1,3 Billionen im Jahr 2023 auf derzeit ₲ 2,8 Billionen.

Der Präsidentschaftsbewerber Arnoldo Wiens von Colorado Añetete forderte den Rücktritt von Gesundheitsministerin María Teresa Barán und machte sie für das Fehlen einer konkreten Lösung verantwortlich. Barán räumte anhaltende Probleme in den Bereichen Infrastruktur, personelle Ressourcen und Versorgung ein. Die Versammlung am Donnerstag wird die nächsten Schritte und mögliche Kampfmaßnahmen prüfen, darunter einen möglichen neuen landesweiten Streik.

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Quellen (6)

Aktualisiert: 02.09.2026, 01:00