Paraguayische Lehrkräfte werden am 17. und 18. September einen landesweiten Streik durchführen, um die Regierung dazu zu bewegen, eine 8-prozentige Gehaltserhöhung in den Entwurf des Staatshaushalts 2027 aufzunehmen. Die Entscheidung wurde von Vertretern der Gewerkschaften des Bildungssektors getroffen, nachdem keine Einigung mit dem Bildungs- und Wissenschaftsministerium sowie dem Wirtschafts- und Finanzministerium erzielt werden konnte.
Silvio Piris, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Federación de Educadores del Paraguay (FEP), erklärte, die Berufsgruppe habe erwartet, dass die Forderung in einem Nachtragshaushalt berücksichtigt werde, nachdem zuvor mit Bildungsminister Luis Ramírez eine entsprechende Zusage besprochen worden war. Der geforderte Prozentsatz tauchte jedoch nicht in dem an den Kongress übermittelten Vorschlag auf.
Die Regierung plant zunächst eine Erhöhung um 2,4 Prozent, ein Wert, der sich an der vom paraguayischen Zentralbank als Referenz genutzten Inflationsrate orientiert. Die Gewerkschaften halten diesen Prozentsatz für unzureichend und fordern eine gestaffelte Anpassung: 5 Prozent von Januar bis Juli 2027 und weitere 3 Prozent ab August.
Das langfristige Ziel besteht darin, ein berufliches Grundgehalt von 5 Millionen Guaraní pro Schicht für Lehrkräfte festzulegen. Die Organisationen geben an, dass die derzeitige Vergütung für die Berufsgruppe bei etwa 4,2 Millionen Guaraní liegt; eine weitere gewerkschaftliche Schätzung geht von einem Wert von rund 4,6 Millionen Guaraní nach der Erhöhung aus. Der Vorschlag sieht zudem vor, das Gehalt an die jährliche Inflation und an Mechanismen der Lehrerkarriere zu koppeln.
Die Gewerkschaften betonen, dass die Einkommen durch den Anstieg der Lebenshaltungskosten und der Kraftstoffpreise sowie durch die Erhöhung der Rentenbeiträge um drei Prozentpunkte im Rahmen der Reform der Caixa Fiscal an Kaufkraft verloren hätten. Sie fordern zudem die Aufnahme historischer Leistungen in den Haushalt 2027.
Die Proteste sollen in den Hauptstädten der Departements stattfinden. Die Gewerkschaftsvertreter rechnen mit der Teilnahme von etwa 60.000 Beschäftigten und einer Beteiligung von fast 90 Prozent, basierend auf früheren Protesten. Diese Zahlen sind Prognosen der Gewerkschaften und keine unabhängige Bilanz der Teilnahme.
Die Aktion könnte ausgeweitet werden, um mit dem vom Ärzteverband Sindicato Nacional de Médicos (Sinamed) angekündigten Streik am 21. und 22. September zusammenzufallen. Sollte die Regierung nicht reagieren, erwägen die Lehrkräfte, sich am 22. September dem Ärztestreik anzuschließen und ihren eigenen Protest um drei weitere Tage, vom 22. bis 24. September, zu verlängern. Die Organisationen erklären, sie warteten bis Ende der Woche auf eine offizielle Antwort und könnten die Proteste bis Ende Oktober aufrechterhalten.
