ANDE hält Energieverkauf an Brasilien und Anleihenemission weiter ausgesetzt

Die Nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) Paraguays setzt zwei strategische Finanzprojekte aus – den Verkauf von Energie an Brasilien und eine Anleihenemission über 198 Millionen US-Dollar – und konzentriert sich stattdessen auf interne Programme zur Umschuldung sowie auf Warnungen vor der Meldung säumiger Kunden an die Auskunftei Equifax.

ANDE hält Energieverkauf an Brasilien und Anleihenemission weiter ausgesetzt

Die Nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) Paraguays hält zwei als strategisch eingestufte Finanzprojekte weiterhin ausgesetzt: den Verkauf von Energie an den freien brasilianischen Markt sowie eine eigene Anleihenemission in Höhe von rund 198 Millionen US-Dollar. Für keine der beiden Maßnahmen gibt es derzeit einen festen Zeitplan zur Umsetzung.

Der Prozess zum Verkauf paraguayischer Energie nach Brasilien begann im Mai 2024 mit einer Ausschreibung für bis zu 100 Megawatt (MW) aus dem Wasserkraftwerk Acaray. Später genehmigte Brasilien ein Volumen von 120 MW und erlaubte die Nutzung anderer paraguayischer Energiequellen – mit Ausnahme von Itaipu. Das wirtschaftlich günstigste Angebot lag im Januar dieses Jahres bei 21,03 US-Dollar pro Megawattstunde (MWh), wartet jedoch noch auf eine endgültige Entscheidung des Equipo Económico Nacional (EEN).

Parallel dazu bleibt auch die geplante Anleihenemission der ANDE ohne festen Termin. Das Vorhaben, das 2022 erstmals strukturiert wurde, ist im Haushalt 2025 genehmigt und für 2026 erneut vorgesehen. Der geplante Emissionswert beträgt 1,5 Billionen Guaraní (etwa 198,1 Millionen US-Dollar). Die ANDE hat bereits eine Prüfung ihrer Finanzberichte durchgeführt – ein notwendiger Schritt für ein internationales Rating –, arbeitet jedoch noch an der konkreten Platzierung am Kapitalmarkt.

Während diese langfristigen Projekte ruhen, setzt die ANDE auf interne Maßnahmen wie die Verlängerung der Aktion „Ñande Ahorro“ bis zum 31. August. Das Programm ermöglicht Kunden mit Zahlungsrückständen, ihre Schulden in bis zu 60 Raten ohne sofortige Anzahlung zu begleichen. Privatkunden mit Niedrigspannungsanschluss können zudem während der Aktion kostenlos den Namen auf dem Vertrag sowie die bestellte Leistung anpassen.

Für Gewerbekunden mit Mittelspannungsanschluss und eigenem Transformator gelten andere Bedingungen: Hier ist eine Anzahlung von 20 Prozent erforderlich, der Restbetrag kann zinsfrei in bis zu zehn Raten gezahlt werden. Die ANDE führt zudem in Encarnación eine Sonderaktion mit mehreren Teams durch, um säumige Kunden direkt anzusprechen und zur Regulierung ihrer Schulden zu bewegen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der möglichen Meldung säumiger Kunden an die Auskunftei Equifax. Laut ANDE ist dies möglich, weil Kunden bei der Beantragung eines neuen Anschlusses, einer Vertragsübertragung oder eines Ratenplans ein Formular unterschreiben, das die Weitergabe ihrer Daten im Falle von Zahlungsverzug ausdrücklich erlaubt.

Der kaufmännische Leiter der ANDE, Hugo Rolón, erklärte, dass die rechtliche Grundlage für diese Praxis im Datenschutzgesetz Nr. 7593 liegt, das im November 2025 in Kraft treten wird. Der Vertrag mit Equifax umfasst Dienstleistungen wie die Aktualisierung von Kundendaten sowie den Einsatz künstlicher Intelligenz, um die Schuldnerstruktur zu analysieren und die Beitreibung bei Kunden mit hohen Schulden und Zahlungsfähigkeit zu priorisieren.

Kunden mit sechs oder mehr offenen Rechnungen und einer Gesamtschuld von mindestens 1,5 Millionen Guaraní können automatisch in das Register aufgenommen werden. Die Meldung wird am Tag nach der vollständigen Begleichung oder Ratenvereinbarung aktualisiert.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 12.08.2026, 01:00