Gericht verpflichtet Paraguays Richteranklagegremium JEM zur Veröffentlichung von Rivas-Resolutionen

Ein Richter hat das paraguayische Richteranklagegremium (JEM) angewiesen, binnen 15 Werktagen alle vom ehemaligen Senator Hernán Rivas unterzeichneten Beschlüsse und Gutachten zugänglich zu machen. Rivas steht wegen eines mutmaßlich gefälschten Juradiploms vor Gericht.

Gericht verpflichtet Paraguays Richteranklagegremium JEM zur Veröffentlichung von Rivas-Resolutionen

Ein Richter hat das paraguayische Richteranklagegremium Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados (JEM) angewiesen, alle Beschlüsse und Gutachten zugänglich zu machen, die der ehemalige Senator Hernán Rivas während seiner Mitgliedschaft unterzeichnete. Das Gremium kann Richter und Staatsanwälte ihres Amtes entheben.

Die Entscheidung erging nach einer Klage des Anwalts Federico Legal auf Zugang zu öffentlichen Informationen. Er hatte die Dokumente am 26. April 2026 über das staatliche Informationsportal angefordert, erhielt vom JEM aber keine vollständige Antwort.

Richter Walter Raúl Mendoza Orué vom achten Zivil- und Handelsgericht in Asunción gab der Klage statt und setzte dem JEM eine Frist von 15 Werktagen. Die Unterlagen dürfen auf Papier oder elektronisch bereitgestellt werden; persönliche Angaben ohne Bezug zu öffentlichen Aufgaben sollen geschwärzt werden.

Das JEM hatte argumentiert, die verlangten Gutachten seien interne, nicht bindende Stellungnahmen. Der Richter stellte dagegen fest, dass diese Dokumente staatliche Entscheidungen stützen und deshalb grundsätzlich unter das Recht auf öffentliche Information fallen.

Rivas gehörte dem JEM zwischen 2020 und 2023 in zwei Amtsperioden an und führte das Gremium 2023 kurzzeitig. Der ehemalige Senator steht derzeit wegen des mutmaßlichen Gebrauchs eines gefälschten juristischen Hochschulabschlusses vor Gericht, den er als Qualifikation für seinen Sitz im JEM vorgelegt haben soll.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 29.07.2026, 01:30