Weniger als zwei Monate vor den Juliferien steht die Region des Dreiländerecks vor einem logistischen Engpass, der die Wirtschaft beunruhigt. Die Puente de la Integración, die zweite Verbindung zwischen Paraguay und Brasilien, ist noch immer nur teilweise in Betrieb, und die Verhandlungen über ihre vollständige Öffnung scheitern an den Forderungen der brasilianischen Seite. Unterdessen bereitet sich Ciudad del Este auf eine Lawine von Touristen und Käufern vor, mit vollen Hotels und ausgelasteten Flügen.
Charif Hammoud, Präsident des Zentrums der Importeure und Händler von Alto Paraná (Cicap), erklärte, dass die Stadt den Verkehr mit nur einer Brücke nicht bewältigen könne. „Das Versprechen ist, die zweite Brücke vor den Juliferien freizugeben. Die Stadt wird es mit nur einer Brücke nicht schaffen“, sagte er. Ihm zufolge erlebe die Region einen starken internationalen Aufschwung, angetrieben durch Kongresse, Wirtschaftskonferenzen und das Interesse großer globaler Marken, in den paraguayischen Markt einzusteigen.
Der Unternehmer betonte, dass Ciudad del Este einzigartige Voraussetzungen biete, um sich als eines der wichtigsten Handels- und Tourismuszentren des Kontinents zu etablieren. „Die besten Produkte der Welt wird Ciudad del Este zum besten internationalen Preis anbieten“, sagte er und verwies auf das Know-how der Grenzhändler. Hammoud prognostiziert, dass die Stadt mit einer vollständigen und modernen Öffnung der Grenzübergänge in den kommenden Jahren bis zu 50.000 neue Arbeitsplätze schaffen könnte. „Es wird an Arbeitskräften mangeln“, warnte er.
Die Vision der Wirtschaft geht noch weiter: Man erwägt eine regionale Wirtschaft, die rund um die Uhr funktioniert, mit permanent geöffneten Einkaufszentren und Doppelschichten im Handel. „Warum nicht ein rund um die Uhr geöffnetes Einkaufszentrum?“, fragte Hammoud.
Die Begeisterung steht jedoch im Gegensatz zur diplomatischen Härte. Bei der letzten Sitzung der bilateralen gemischten Kommission in Foz do Iguaçu forderte Paraguay erneut die Freigabe des Privatfahrzeugverkehrs auf der neuen Brücke, doch die brasilianischen Behörden lehnten ab. Brasilien besteht darauf, dass die neue Brücke nicht nach dem gleichen flexiblen Modell wie die Ponte da Amizade betrieben werden kann, und verlangt strenge Grenzkontrollen mit individueller Erfassung von Ein- und Ausreisen. Darüber hinaus plädiert es dafür, dass der Korridor schweren Lastwagen und internationalen Bussen Vorrang einräumen sollte, um die Überlastung der Ponte da Amizade zu verringern.
Der Engpass beschränkt sich nicht nur auf die Einwanderung. Ergänzende Bauarbeiten in Presidente Franco und Foz do Iguaçu sind noch nicht abgeschlossen; es gibt keine vorbereiteten Straßen oder Korridore, um einen ständigen Strom internationaler Lastwagen zu bewältigen. In der Zwischenzeit wartet der Privatsektor auf eine Entscheidung, die das wirtschaftliche Tempo der Region für die kommenden Jahre bestimmen könnte.