Asunción feierte am Samstag, dem 15. August, seinen 489. Gründungstag mit einem Tag voller religiöser Traditionen, ziviler Paraden und eines dichten Kulturprogramms, während die Stadt sich auf die entscheidenden Kommunalwahlen im Oktober vorbereitet. Die Feierlichkeiten begannen bei Sonnenaufgang mit der traditionellen Schiffsprozession, bei der ein Bild der Jungfrau von der Himmelfahrt über den Fluss Paraguay getragen wurde – eine Erinnerung an die flussgeprägten Ursprünge der Hauptstadt.
Zu den offiziellen Veranstaltungen gehörte das Hissen der Flagge am Regierungspalast, an dem Präsident Santiago Peña, Vizepräsident Pedro Alliana und weitere Amtsträger teilnahmen. Höhepunkt war die zivil-militärische Parade an der Costanera Norte, an der rund 3.000 Soldaten und 700 Polizisten teilnahmen. Politisch bedeutsam war eine herzliche Umarmung zwischen Peña und dem Vorsitzenden der Colorado-Partei, Horacio Cartes, die als Zeichen der Einheit inmitten von Gerüchten über interne Spannungen in der Regierung gewertet wurde.
Parallel dazu gab die oppositionelle Bewerberin um das Bürgermeisteramt, Soledad Núñez, ein Interview, in dem sie die aktuelle Stadtverwaltung kritisierte. Sie erklärte, dass der Verfall der Infrastruktur, die Unsicherheit und die Vernachlässigung der Altstadt alle Bürger beträfen – unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit – und betonte, ihr Programm könne auch Wähler der Colorado-Partei überzeugen. Núñez versprach ein Verwaltungsmodell mit Fokus auf Sicherheit, Wohnraum und einer umfassenden Sanierung des Stadtzentrums.
Die Jubiläumsfeierlichkeiten finden vor dem Hintergrund einer von der Vorgängerverwaltung übernommenen Finanzkrise statt. Die Stadtverwaltung Asuncións steht vor erheblichen Schulden und einer angespannten Liquidität, eine Situation, mit der der nächste Bürgermeister umgehen muss. Die 1537 gegründete Stadt, bekannt als „Mutter der Städte“, erlebte an diesem Tag eine Belebung ihrer zentralen Straßen wie der Calle Palma durch Festivals wie das Palma Vy'a und das AsuFest mit Musik, kulinarischen Märkten und Familienaktivitäten.
Verteidigungsminister Oscar González äußerte sich im Laufe des Tages zur Arbeit der Gemeinsamen Task Force (FTC). Er räumte ein, dass das Ziel, die Paraguayanische Volksarmee (EPP) nach zwölf Jahren und Millioneninvestitionen zu zerschlagen, nicht erreicht wurde, verteidigte jedoch die militärische Präsenz als Impuls für die Entwicklung der nördlichen Regionen. Innenminister Enrique Riera wies Vorwürfe einer Rivalität mit der Antidrogenbehörde (Senad) zurück und betonte die Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte.
Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete das AsuFest, ein großes kostenloses Konzert an der Costanera, das die Mischung aus Glauben, Geschichte und einer Reflexion über die zukünftigen Herausforderungen der paraguayischen Hauptstadt krönte.
