Asunción bereitet ein Investitionspaket in Höhe von 100 Millionen US-Dollar für die Uferzone vor, finanziert durch die Weltbank. Das Vorhaben ist Teil der Agenda der Kommission „Asunción 500 Jahre“ und zielt auf das 500-jährige Jubiläum der Hauptstadt im Jahr 2037 ab. Der Plan umfasst Maßnahmen zur urbanen Widerstandsfähigkeit, Wohnraumschaffung, Aufwertung öffentlicher Räume und Verbesserung der Mobilität.
Eine der sensibelsten Maßnahmen ist die Umsiedlung von 550 Familien aus La Chacarita, auch bekannt als Stadtteil Ricardo Brugada. Das Projekt sieht Wohnraum für die Bewohner vor, muss jedoch die ökologische und städtebauliche Sanierung des Gebiets mit dem Erhalt sozialer Bindungen sowie dem Zugang zu Dienstleistungen und Verkehrsanbindungen in Einklang bringen.
Die Pläne beschränken sich nicht auf das Ufergebiet. Laut Carlos Renato Maas Franco, Koordinator der Kommission „Asunción 500 Jahre“, soll die Umgestaltung auch die Sanierung der historischen Altstadt, die Rückkehr von Bewohnern in das Stadtzentrum und die Entwicklung neuer Stadtviertel umfassen. Ziel ist es, Kulturerbe, Wohnraum, öffentliche Flächen, Vernetzung sowie die Anpassung an ökologische und soziale Herausforderungen zu verbinden.
Maas Franco stellte zudem die Vorortbahn als Teil dieser metropolitanen Strategie vor. Das Projekt sieht eine Station im Parque Caballero in Asunción sowie eine erste Ausbaustufe bis Luque vor. In späteren Phasen könnte die Verbindung bis Areguá und Ypacaraí erweitert werden, um die Mobilität zwischen der Hauptstadt und den umliegenden Städten zu verbessern.
„Parque Caballero wird eine Station der Vorortbahn“, sagte der Koordinator. Die Infrastruktur soll auch Fahrgäste bedienen, die in Gebiete wie Ñu Guasu oder in Gemeinden der Metropolregion unterwegs sind.
Der Zeitplan und die endgültige Ausgestaltung der Maßnahmen hängen von der Umsetzung der Projekte und der Abstimmung zwischen den beteiligten Institutionen ab. Die internationale Finanzierung stellt zwar konkrete Mittel für die Uferzone bereit, doch die Umsiedlung der Familien und die Integration des Verkehrsnetzes werden entscheidend sein, um die soziale Wirkung des Plans zu bewerten.
Für Maas Franco soll das 500-jährige Jubiläum als Ausgangspunkt für eine langfristige Stadtentwicklungspolitik dienen. „Wenn wir Asunción wirklich planen wollen, müssen wir mindestens 50 Jahre vorausdenken“, erklärte er.
