Außenminister Rubén Ramírez Lezcano erklärte am 18. September 2026, Andy Rivas sei ein persönlicher Freund von ihm, habe aber weder mit dem Außenministerium noch mit ihm einen Vertrag. Die Erklärung gab er im Palacio de López ab, bevor Präsident Santiago Peña nach New York zur Generalversammlung der Vereinten Nationen reiste.
„Andrés Rivas ist ein persönlicher Freund von mir. Er hat keinerlei Vertrag – weder mit dem Außenministerium noch mit mir“, sagte der Minister. Ramírez Lezcano erklärte, beide seien bei internationalen Treffen zusammengetroffen, zu denen Rivas eingeladen worden sein soll. Daraus entstehe jedoch kein institutionelles Verhältnis, betonte er.
Untersucht wird gerade der Gegensatz zwischen der verneinten vertraglichen Beziehung und Rivas’ Zugang zu Behördenvertretern und offiziellen Delegationen. Der Argentinier stand in direktem Kontakt mit Peña, Vizepräsident Pedro Alliana und dem Außenminister. Bei bilateralen Treffen in den Vereinigten Staaten wurde er außerdem als Berater oder Beauftragter vorgestellt. Zudem gibt es Aufzeichnungen über seine Aufnahme in offizielle Delegationen im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der paraguayischen Botschaft in Israel sowie mit Veranstaltungen in Taiwan.
Beim von Hispanic 100 in Washington organisierten Latino Inaugural Ball trat Rivas neben Peña und Ramírez Lezcano außerdem als „ehrenwerter Berater“ auf. Er wurde auch gemeinsam mit dem Außenminister fotografiert, als sie bei US-Kongressabgeordneten für Ramírez’ gescheiterte Bewerbung um das Amt des Generalsekretärs der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warben.
In den Berichten erwähnte Unterlagen weisen Rivas weder als Beschäftigten des Außenministeriums noch in öffentlichen Verträgen über Beratungs- oder Lobbydienstleistungen aus. Die Unklarheit über seine Funktion veranlasste den Abgeordneten Espínola, einen Antrag auf Auskunft zu stellen. Am 12. Februar 2025 billigte der Ständige Ausschuss des Nationalkongresses den Antrag. Am folgenden Tag leitete der damalige Vorsitzende des Gremiums, der Abgeordnete Miguel Del Puerto, die Resolution an das Außenministerium weiter und setzte damit eine Frist von 15 Arbeitstagen für die Antwort in Gang. Rund eineinhalb Jahre später lag die Auskunft jedoch noch immer nicht vor.
Der Antrag fragte, ob Rivas unter Vertrag genommen, ernannt oder abgeordnet worden sei. Falls er nicht dem Ministerium angehörte, sollte außerdem mitgeteilt werden, welche Funktion er ausübte, welche Dienstleistungen er erbrachte und ob er Gehalt, Honorare, Flugtickets, Tagegelder oder Unterkunft erhalten hatte. Im August 2026 billigte der Senat einen neuen Antrag des oppositionellen Senators Rafael Filizzola von der Progressiven Demokratischen Partei. Damit wurde die Untersuchung auf mögliche bis heute bestehende Verbindungen ausgeweitet.
Die Aufmerksamkeit für Rivas hängt auch mit seiner eigenen Bezeichnung als „Partner“ von Fernando beziehungsweise Sebastián Cerimedo zusammen – die Quellen verwenden beide Namen für dieselbe Person. Cerimedo wird als Stratege rechter Wahlkampagnen beschrieben, der in Argentinien mit Javier Milei und in Bolivien mit Rodrigo Paz verbunden war und außerdem an Kampagnen in Honduras beteiligt gewesen sein soll. Er gründete die Publikation La Derecha Diario und bezeichnete sich als Betreiber von „Botfarmen“, also Netzwerken gefälschter Konten, mit denen Themen vorangetrieben oder Kritiker angegriffen werden.
Cerimedo ist in Bolivien in Haft und sieht sich Anschuldigungen ausgesetzt, zu denen der mutmaßliche Versuch gehört, seine frühere Partnerin Nadia Beller zu töten; laut der zitierten Anklage soll sie schwanger gewesen sein. Außerdem geht es um mögliche Verbindungen zum Drogenhandel. Diese Vorwürfe müssen gerichtlich bestätigt werden und belegen für sich genommen keinerlei Verantwortung von Rivas. Cerimedo ist außerdem mit der paraguayischen Staatsanwältin Irma Llano verheiratet, der Leiterin der Spezialeinheit für Computerkriminalität der Staatsanwaltschaft.
