Der paraguayische Markt für Schlachtvieh für den Export steht aufgrund des begrenzten Angebots an schlachtreifen Tieren unter starkem Preisdruck. Die Schlachthöfe halten Referenzpreise aufrecht, aber die abgeschlossenen Geschäfte übertreffen diese Basiswerte häufig, wobei die Industrie höhere Preise zahlt, um den notwendigen Rohstoff zu sichern.
Laut der Erhebung von Valor Agro liegen die Basispreise der Schlachthöfe bei 5,00 US-Dollar pro Kilogramm Schlachtkörper für Ochren und Färsen sowie bei 4,80 US-Dollar für Kühe. Allerdings sind Prämien von 3 % für Weidevieh und 5 % für Tiere aus Mastbetrieben üblich, und einzelne Geschäfte für Mastochsen haben bereits Preise von fast 5,40 US-Dollar pro Kilogramm Schlachtkörper erreicht.
Die Daten des Paraguayischen Verbands der Fleischproduzenten und -exporteure (APPEC), aktualisiert am 29. Juli 2026, bestätigen den Aufwärtstrend. Die Preise pro Kilogramm Schlachtkörper verzeichneten wöchentliche Steigerungen von 0,15 US-Dollar in allen fünf veröffentlichten Kategorien: Ochren und Färsen bei 5,15 US-Dollar, Kühe bei 4,95 US-Dollar, Europäschnitte bei 5,20 US-Dollar und Hilton bei 5,25 US-Dollar.
Die Knappheit des Angebots wird Faktoren wie den jüngsten Regenfällen zugeschrieben, die den Verkehr auf den Straßen erschwerten, sowie den guten Weidebedingungen, die es den Erzeugern ermöglichen, das Vieh auf den Weiden zu behalten und so ihre Verhandlungsmacht zu stärken.
Für die Industrie ist die Situation besorgniserregend. Die Schlachtpläne sind erheblich reduziert, wobei einige Betriebe die Anlieferung von Tieren auf weniger als eine Woche planen – ein klares Zeichen für den Wettlauf, den Betriebsrhythmus aufrechtzuerhalten. Dieses interne Wettbewerbsumfeld findet in einem anspruchsvolleren externen Kontext statt, in dem Brasilien auf strategischen Märkten wie Chile und den USA Handelsdruck ausübt und so den Spielraum für paraguayische Exporteure verringert.
Marktteilnehmer gehen davon aus, dass der schrittweise Eintritt neuer industrieller Akteure den Wettbewerb um schlachtreifes Vieh noch verschärfen und in den kommenden Wochen einen neuen Preisanstieg bewirken könnte. Solange das Angebot begrenzt bleibt, bleibt die Marktdynamik für die Erzeuger günstig.
