BNF legt technische Details bei Ausschreibung über 135,853 Milliarden Guaraní erst später fest

Die staatliche Entwicklungsbank BNF hat technische Details in der Ausschreibung über 135,853 Milliarden Guaraní für ein neues Bankenkernsystem auf spätere Phasen vertagt. Die Zeitung ABC Color behauptete eine mögliche Bevorzugung der Grupo Vázquez, doch die offiziellen Unterlagen der DNCP bestätigen diesen Vorwurf nicht.

BNF legt technische Details bei Ausschreibung über 135,853 Milliarden Guaraní erst später fest

Die staatliche Entwicklungsbank Paraguays (BNF) führt eine öffentliche Ausschreibung über 135,853 Milliarden Guaraní (rund 22 Millionen US-Dollar) durch, um ein neues Bankenkernsystem („Core Banking“) zu beschaffen – ein zentrales System für die Verwaltung der staatlichen Bank. Das Verfahren mit der Bezeichnung „Licitación Pública Nacional LPN N° 8/2026“ (ID 480.207) verlangt die Anbindung an das bereits genutzte elektronische Rechnungssystem der Bank. Doch Dokumente der Dirección Nacional de Contrataciones Públicas (DNCP) zeigen, dass entscheidende technische Informationen erst in der Umsetzungsphase geklärt werden sollen.

In zwei offiziellen Anfragen (Nummer 13 und 14) bat das Unternehmen Softshop S.A. um Details zum Middleware-System für die elektronische Rechnungsstellung, dokumentierte Schnittstellen (APIs), ein Verzeichnis der Satellitensysteme sowie Klarheit über die Verantwortlichkeiten bei der Anbindung an das nationale elektronische Rechnungssystem Sifen. Die BNF antwortete, solche Informationen würden erst während der Vertragsausführung oder in der Analysephase erhoben. Eine eigenständige Plattform für elektronische Rechnungsstellung sei nicht Teil des Auftrags, es sei denn, sie werde von den Bietern als „Mehrwert“ angeboten.

ABC Color zufolge wird das elektronische Rechnungssystem der BNF, Factury, von Impresión Distribución y Logística SA (IDL SA) entwickelt, einem Unternehmen der Grupo Vázquez. Der gesetzliche Vertreter von IDL, César Astigarraga Lambaré, leitet dem Bericht zufolge auch ITTI Saeca. Die Zeitung schrieb, dass die Festlegung technischer Details in späteren Phasen ITTI wegen ihrer Kenntnisse der verbundenen Plattform einen Vorteil verschaffen könnte. Der Bericht erhob den Vorwurf einer möglichen Begünstigung von Verbündeten des Präsidenten Santiago Peña; die offiziellen DNCP-Unterlagen dokumentieren die Fragen und Antworten, belegen diesen Vorwurf aber nicht.

Die BNF, deren Präsident Manuel Ochipintti Dalla Fontana ist, verteidigte das Verfahren in einer Stellungnahme gegenüber ABC Color als „offen, öffentlich und wettbewerbsorientiert“. Der Generaldirektor César Vargas erklärte, die begrenzte Teilnahme von ITTI und Softshop sei auf „geschäftliche und strategische Entscheidungen“ der Unternehmen zurückzuführen. Anpassungen der Ausschreibungsunterlagen hätten zudem Anforderungen der International Financial Reporting Standards (IFRS) berücksichtigt. Vargas räumte ein, dass das aktuelle System für die digitale Transformation des Instituts nicht ausreiche.

ABC Color zufolge war die technische Bewertung der mehr als einen Monat zuvor eingereichten Angebote noch nicht abgeschlossen. Die Zeitung berichtete außerdem, Peña habe während des Verfahrens Gerardo González Báez, den Bruder eines Bevollmächtigten der Colorado-Partei (ANR), in den Vorstand der BNF berufen. Die aktuelle Ausschreibung folgt auf ein früheres Verfahren, das 2025 inmitten von Vorwürfen einer möglichen Bevorzugung von ITTI abgebrochen wurde.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 05.08.2026, 01:17