Bürgermeister von San Estanislao, Agustín Ovando, erneut wegen Veruntreuung von 1,85 Milliarden Guaraníes angeklagt

Der Bürgermeister von San Estanislao, Agustín Ovando, ist erneut von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden. Ihm wird die mutmaßliche Veruntreuung von rund 1,85 Milliarden Guaraní zur Last gelegt, in die auch die Gemeindemitarbeiterin María Lourdes Ocampos verwickelt sein soll. Für beide wurden Haftbefehle beantragt. Ovando bleibt vorläufig im Amt und hat angekündigt, nicht für eine Wiederwahl zu kandidieren.

Bürgermeister von San Estanislao, Agustín Ovando, erneut wegen Veruntreuung von 1,85 Milliarden Guaraníes angeklagt
KI-generierte Illustration.

Der Bürgermeister von San Estanislao, Agustín Ovando Espínola, ist erneut von der Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Straftaten angeklagt worden. Ihm werden Untreue, Herstellung unechter Dokumente und Falschaussage im Zusammenhang mit der Verwaltung von Gemeindemitteln vorgeworfen. Die neue Anklage wurde von Staatsanwalt Alexander Rodrigo Argüello aus der Staatsanwaltschaft von San Estanislao vorgelegt und betrifft eine mutmaßliche Veruntreuung von rund 1,85 Milliarden Guaraní.

Neben Ovando wurde auch die Gemeindemitarbeiterin María Lourdes Ocampos angeklagt. Die Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsmaßnahmen, darunter für beide ein Betretungsverbot für die Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung von San Estanislao, die monatliche Meldepflicht bei Gericht, ein Ausreiseverbot ohne richterliche Genehmigung sowie die Leistung einer angemessenen Sicherheitsleistung.

Dies ist nicht das erste Verfahren gegen Ovando wegen dieser Unregelmäßigkeiten. Bereits 2024 war er vom damaligen Staatsanwalt Walter Javier Melo wegen ähnlicher Vorwürfe angeklagt worden, bei denen es um mangelnde Transparenz bei der Verwendung von etwa 1 Milliarde Guaraní aus Eigenmitteln der Gemeinde und weiteren 700 Millionen aus einem Kredit ging. Damals war die Anklage von einem Ermittlungsrichter in San Estanislao zugelassen, aber später vom für Wirtschaftsdelikte in Asunción zuständigen Richter Rodrigo Estigarribia aufgehoben worden. Dieser hatte Verfahrensfehler festgestellt und angeordnet, dass der Fall zur Behebung der Mängel an die Staatsanwaltschaft zurückgeht.

Staatsanwalt Argüello vertiefte die Ermittlungen und erhärtete den Verdacht, dass Ovando unerlaubte Machenschaften betrieben habe, wie etwa die Nichtverwendung von Investitionsmitteln aus Grund- und Kraftfahrzeugsteuern sowie die missbräuchliche Verwendung eines Budgetkredits in Höhe von 700 Millionen Guaraní. Die ursprüngliche Anzeige ging von Gemeinderäten einer kartistischen Fraktion aus, die dem Gouverneur von San Pedro, Freddy D’Ecclesiis, nahesteht. Sie hatten die mangelnde Rechenschaftslegung gegenüber dem Gemeinderat beanstandet.

Trotz der Anklagen bleibt Agustín Ovando im Amt des Bürgermeisters, hat aber angekündigt, bei den nächsten Kommunalwahlen nicht erneut zu kandidieren. Die Coloradopartei (ANR) in der Fraktion Honor Colorado hat bereits den Gemeinderat Carlos Verón Sperarza als Kandidaten aufgestellt, um Ovando in San Estanislao zu beerben. Interessanterweise unterstützte Verón Sperarza die Anzeige gegen den amtierenden Bürgermeister nicht, was auf interne Spannungen innerhalb der lokalen kartistischen Bewegung hindeutet.

Quellen (3)

Aktualisiert: 25.07.2026, 01:27