Ehemaliger IPS-Präsident erhält Hausarrest wegen irregulärer Einreise in Millardenschaden-Fall

Der ehemalige Präsident des paraguayischen Sozialversicherungsinstituts (IPS) Vicente Bataglia wurde wegen irregulärer Einreise in den Hausarrest mit elektronischer Fußfessel genommen. Sein Amtsnachfolger Jorge Brítez sieht sich einer weiteren Strafklage wegen einer Aufzugsausschreibung gegenüber, während sein Anwalt von politischer Verfolgung spricht. Ein dritter Ex-Präsident, Andrés Gubetich, kehrte mit hohem Gehalt zur Binationalen Entität Yacyretá (EBY) zurück und wird wegen Betrugs untersucht – alles im Zusammenhang mit einem Millardenschaden für das Institut.

Ehemaliger IPS-Präsident erhält Hausarrest wegen irregulärer Einreise in Millardenschaden-Fall

Der ehemalige Präsident des paraguayischen Sozialversicherungsinstituts (IPS), Vicente Bataglia, wurde am Donnerstag unter Hausarrest mit elektronischer Fußfessel gestellt. Die Entscheidung des Richters Rodrigo Estigarribia stützte sich vor allem auf die irreguläre Einreise des Beschuldigten, wie ein Bericht der Nationalen Migrationsbehörde bestätigte.

Der offizielle Bericht, den der Richter angefordert hatte, zeigt, dass Bataglia Paraguay am 23. Juli in Richtung Italien verließ, jedoch kein regulärer Wiedereinreisevermerk vorliegt, bevor er sich am 12. August der Staatsanwaltschaft stellte. Das Dokument weist zudem darauf hin, dass er nach dieser Vorstellung am 18. August erneut nach Argentinien ausreiste und bereits nach drei Stunden zurückkehrte.

Der Richter bewertete die irreguläre Einreise als schwerwiegend, insbesondere da seit dem 4. August ein Haftbefehl gegen Bataglia vorlag. „Diese Art der irregulären Einreise darf nicht ignoriert werden. Es zeigt, dass die Person über große Bewegungsfreiheit verfügt“, erklärte Estigarribia und begründete damit, dass keine Garantie bestehe, dass Bataglia sich dem Verfahren in Freiheit stellen würde.

Bataglia wird wegen des Verdachts auf Untreue in einem Fall untersucht, der dem IPS einen geschätzten Vermögensschaden von 61 Milliarden Guaraní verursacht haben soll. Die Ermittlungen beziehen sich auf einen Vertrag mit dem Unternehmen Neighpart S.A. für den Bau modularer Operationssäle im Zentralkrankenhaus, ein Projekt, das laut Staatsanwalt Julio Ortiz nie begonnen wurde, obwohl Millionenbeträge gezahlt wurden.

Bei seiner Ankunft im Justizpalast in Asunción äußerte sich Bataglia nicht näher zu seiner Rückkehr ins Land und erklärte lediglich, er sei erschienen, um sich der Justiz zu stellen, und seine Amtsführung sei „absolut transparent“ gewesen. Sein Anwalt, Jorge Arturo Daniel, verteidigte die Rechtmäßigkeit der Einreise mit dem Argument, „alle Paraguayer reisen regulär ins Land ein, unabhängig davon, ob ein Haftbefehl vorliegt oder nicht“.

Neben Bataglia wurden acht weitere ehemalige IPS-Mitarbeiter in derselben Untersuchung angeklagt, darunter sein Nachfolger im Amt des IPS-Präsidenten, Jorge Brítez, der gegen eine Kaution von einer Milliarde Guaraní auf freiem Fuß ist.

Parallel dazu wurde ein neues Ermittlungsverfahren gegen Brítez eingeleitet, diesmal im Zusammenhang mit einer Ausschreibung über 3,5 Milliarden Guaraní für die Wartung von Aufzügen im Zentralkrankenhaus. Brítez’ Anwalt, José Fernández Zacur, sprach von politischer Verfolgung und kritisierte den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Erstellung der Anklageschrift. Diese enthalte Argumente, die im nationalen Rechtssystem nicht vorgesehen seien.

Ein weiterer ehemaliger IPS-Präsident, Andrés Gubetich, der den ursprünglichen Vertrag mit Neighpart unterzeichnet hatte, kehrte aktiv in den Mitarbeiterstab der Binationalen Entität Yacyretá (EBY) zurück, der für das Wasserkraftwerk Itaipú zuständigen paraguayisch-argentinischen Institution. Gubetich bezieht ein monatliches Gehalt von 34.349.195 Guaraní, doch die paraguayische Rechnungsprüfungsbehörde teilte mit, dass er seiner Pflicht zur Abgabe einer eidesstattlichen Vermögenserklärung nach seiner Rückkehr in den öffentlichen Dienst nicht nachgekommen sei. Die Behörde hatte bereits 2023 einen Vermögenszuwachs von etwa 20 Milliarden Guaraní in seiner Erklärung über einen Zeitraum von vier Jahren festgestellt. Gubetich und seine Ehefrau sehen sich zudem einer separaten Untersuchung wegen des Verdachts auf Betrug und Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Verkauf von vier Immobilien für 2,358 Millionen US-Dollar gegenüber.

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Quellen (14)

Aktualisiert: 21.08.2026, 01:00