Das Atome-Projekt könnte 1,6 Milliarden US-Dollar an Subventionen kosten und die Energiesouveränität Paraguays gefährden

Das Atome-Projekt, das die Produktion von Wasserstoff in Paraguay mit subventionierter Energie durch die ANDE (Administración Nacional de Electricidad, Paraguays staatlicher Stromversorger) vorsieht, könnte den öffentlichen Haushalten in 15 Jahren 1,6 Milliarden US-Dollar kosten, Arbeitsplätze reduzieren und die Energiesouveränität des Landes gefährden, so die Kritik des Experten Ricardo Canese.

Das Atome-Projekt könnte 1,6 Milliarden US-Dollar an Subventionen kosten und die Energiesouveränität Paraguays gefährden
KI-generierte Illustration.

Das Atome-Projekt, das die Wasserstoffproduktion in Paraguay vorsieht, könnte die öffentlichen Kassen in 15 Jahren mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar kosten, warnt der Ingenieur Ricardo Canese, ehemaliger Vizeminister für Bergbau und Energie. Die zentrale Kritik betrifft den subventionierten Tarif von 30 US-Dollar pro MWh, den das britische multinationale Unternehmen mit der ANDE, dem staatlichen Stromversorger des Landes, vereinbaren möchte.

Canese berechnet, dass unter Berücksichtigung der Betriebskosten, der Übertragung und der von der ANDE geforderten Rentabilität von 8 % der tatsächliche technische Preis bei 137 US-Dollar pro MWh liegen sollte. Die Differenz würde einen jährlichen Subventionsbetrag von 107 Millionen US-Dollar bedeuten, was sich über die Vertragslaufzeit auf 1,6 Milliarden US-Dollar summiert. „Das entspricht einem Raub am Staat, der von den Steuerzahlern durch höhere Steuern oder Tarife bezahlt wird“, erklärte er.

Der Experte hinterfragt auch das Label „grüner Wasserstoff“, das dem Projekt zugeschrieben wird. Da die Energie aus dem Netz der ANDE stammt, werde Paraguay weniger Wasserkraft exportieren und die Nachbarländer würden mehr fossile Brennstoffe verbrennen, um dies auszugleichen. Daten der Lateinamerikanischen und Karibischen Energieorganisation (OLACDE) zeigen, dass Brasilien und Argentinien bereits mehr als 170.000 GWh jährlich aus nicht erneuerbaren Quellen produzieren.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt. Canese behauptet, dass Elektrolyseanlagen wie die von Atome geplante nur 0,6 Arbeitsplätze pro MW schaffen, während andere Industrien in Paraguay 685 Stellen pro MW generieren. Er widersprach auch dem Argument, dass das Projekt die lokale Düngemittelproduktion ankurbeln würde, und betonte, dass der Import von Erdgas technisch und wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Der ehemalige Mercosur-Abgeordnete warnte zudem vor dem raschen Anstieg des Energiebedarfs in Paraguay, der zwischen 2022 und 2025 um 14,4 % pro Jahr gestiegen ist. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das Land bereits 2028 seine Energiehoheit verlieren und Energie aus fossilen Quellen importieren müssen.

Quellen (1)

Aktualisiert: 30.06.2026, 14:20