Die paraguayische Regierung hat einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, um die Eröffnung von Bankkonten durch ausländische Investoren zu beschleunigen, nachdem es wiederholt Beschwerden über die staatliche Bürokratie gegeben hatte, die demnach den Kapitalzufluss ins Land bremse. Die Initiative wird vom Vizeminister für Industrie, Javier Viveros, geleitet und bringt Vertreter des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen (MEF), der Seprelad, des SUACE, der Asoban, der Superintendencia de Bancos sowie der Aufsichtsbehörde für Risiken zusammen.
Am vergangenen Freitag prüften die Teilnehmer Maßnahmen zur Flexibilisierung und Beschleunigung des Konteneröffnungsverfahrens für ausländische Investoren, ohne dabei die präventiven Kontrollen zur Geldwäschebekämpfung zu vernachlässigen. Es wurde festgelegt, dass innerhalb von höchstens 60 Tagen ein konkreter Verfahrensvorschlag ausgearbeitet wird.
Die Beschwerden traten bei einem kürzlich vom Club de Ejecutivos organisierten Wirtschaftsforum in den Vordergrund, als die spanische Unternehmerin Marta Vara, Geschäftsführerin von 5 Flags Capital, öffentlich die Schwierigkeiten kritisierte, mit denen Investoren konfrontiert seien, die sich im Land niederlassen wollten. „Wenn der Investor ankommt, hat er zwei große Feinde: die Zentralbank von Paraguay und die Seprelad. Wir gründen Unternehmen und bekommen große Probleme, ein Konto zu eröffnen, das Geld international zu überweisen. Trotz Rückverfolgbarkeit sind die Fristen extrem lang", sagte sie und wandte sich dabei an den Wirtschaftsminister Óscar Lovera, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm.
Vara beklagte zudem, dass die geltende Rechtsvorschriften die Freigabe von Karten für Unternehmen nicht erlauben. „Es sind kleine Dinge, auf die wir stoßen, die es sehr erschweren, dass diese Investoren ihr Geld tatsächlich hierher bringen können. Das ist ein ziemlich ernstes Thema, das mit den Banken, der BCP und der Seprelad bearbeitet werden muss, weil sie den Ball hin- und herspielen und keine Lösung anbieten. Was sie schaffen, ist ein Engpass, der dazu führt, dass viel internationale Investitionen verlorengehen", beklagte sie.
Nach der Veranstaltung berief die Regierung den ersten Arbeitskreis ein, um einen Weg zur Überwindung der Bürokratie rund um die Konteneröffnung zu skizzieren – einer Grundvoraussetzung für jedes Unternehmen, das sich im Land ansiedeln möchte. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Prozesse durch eine bessere Koordination zwischen den beteiligten Institutionen vereinfacht werden müssen, ein Informationsaustausch ermöglicht und verhindert werden muss, dass Investoren dieselben Unterlagen mehrfach bei verschiedenen Behörden vorlegen müssen.
Vizeminister Javier Viveros erklärte, dass sich die Arbeit zunächst auf Ausländer konzentriere, die ins Land kommen, um zu investieren, und den Investor Pass beantragen – ein Instrument, das geschaffen wurde, um ihre Niederlassung und ihre Geschäftstätigkeit in Paraguay zu erleichtern. Die Präsidentin der Asoban, Liz Cramer, ihrerseits erklärte, dass die Initiative Teil eines Dialogprozesses zwischen öffentlichen Institutionen und dem Finanzsystem sei, um eine der Herausforderungen zu bewältigen, die durch den wachsenden Zustrom ausländischer Investoren vorangetrieben werde.
„Wir arbeiten daran, diese Prozesse zu erleichtern, aber stets im Rahmen der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben. Das Finanzsystem hat ein Interesse daran, das Wachstum des Landes und den Zustrom neuer Investoren zu begleiten und gleichzeitig die Compliance-Standards einzuhalten, die die Regulierung fordert", erklärte Cramer.