Der ehemalige brasilianische Abgeordnete Eduardo Bolsonaro hat die Haltung Paraguays zu den Äußerungen von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über den Tripel-Allianz-Krieg unterstützt. Als Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro und Bruder des Präsidentschaftsbewerbers Flávio Bolsonaro nutzte er seine sozialen Medien, um die seiner Meinung nach verschlechterten Beziehungen zwischen beiden Ländern zu kritisieren.
Bolsonaro unterstützte öffentlich die Erklärung Nr. 1836 der paraguayischen Abgeordnetenkammer unter Vorsitz von Raúl Latorre. Das vom Parlament verabschiedete Dokument verurteilt Lulas Aussagen, da sie die historische Dimension des Konflikts „verzerren und verharmlosen“. „Selbst mit Paraguay ruiniert Lula die Beziehungen zwischen unseren Ländern. Unglaublich“, schrieb der Ex-Abgeordnete und teilte den offiziellen Text.
Die Kontroverse begann, als der brasilianische Präsident bei einer öffentlichen Veranstaltung erklärte, „eines schönen Tages habe Paraguay beschlossen, in Brasilien einzumarschieren“ – eine Anspielung auf den Beginn des Krieges zwischen Paraguay und der Allianz aus Brasilien, Argentinien und Uruguay. Die Aussage löste in Paraguay sofortige Ablehnung aus, sowohl von der Exekutive als auch vom Nationalkongress.
Neben der offiziellen Verurteilung bekräftigte die Erklärung der Abgeordnetenkammer das Bekenntnis zur Verteidigung der paraguayischen Geschichtserinnerung und forderte die Regierung auf, diplomatische Schritte zur Rückgabe der „Cristiano“-Kanone und anderer Kriegstrophäen einzuleiten, die zum nationalen Kulturerbe gehören und sich derzeit in Brasilien befinden. Der Text betonte zudem, dass die Wahrung der historischen Erinnerung mit der Stärkung der bilateralen Beziehungen vereinbar sei – vorausgesetzt, diese basierten auf gegenseitigem Respekt und historischer Wahrheit.
Die Reaktion auf den Vorfall ging über die Grenzen Paraguays hinaus und fand auch in Brasilien bei kritischen Stimmen wie Eduardo Bolsonaro Gehör. Dessen Haltung wird als bedeutende politische Unterstützung für die paraguayische Position inmitten des diplomatischen Konflikts gewertet.
