Ehemaliger Berater wirft politische Einmischung im IPS nach erzwungenem Rücktritt vor

Ehemaliger IPS-Berater wirft Präsident Isaías Fretes politische Einmischung vor und unterstellt ihm, Missstände nicht anzuzeigen, während die Leitung ihre erste Strafanzeige ankündigt und die Krise auf ein übernommenes administratives Chaos zurückführt.

Ehemaliger Berater wirft politische Einmischung im IPS nach erzwungenem Rücktritt vor
KI-generierte Illustration.

Der Wirtschaftsexperte Sergio Lovera Cañete hat sein Amt als Berater der Präsidentschaft des Instituto de Previsión Social (IPS) niedergelegt und den Präsidenten der Institution, Isaías Fretes, beschuldigt, keine Strafanzeigen wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten voranzutreiben. Lovera erklärte, sein Ausscheiden sei von Fretes nach einer Meinungsverschiedenheit über die Übermittlung eines Dokuments an die Staatsanwaltschaft verlangt worden.

Der ehemalige Berater gab an, einer der Hauptkonfliktpunkte sei die Übermittlung des Dokuments Acta N° 054/2024 vom Juli 2024 gewesen, das eine außergerichtliche Vereinbarung mit dem Consorcio Hotelero Sudamericano SA betrifft. Lovera behauptete, darin habe der damalige Rechtsberater José Antonio González Maldonado erwähnt, mit dem Staatspräsidenten gesprochen und ein Gutachten mit Juan José Galeano, Wirtschaftsberater der Präsidentschaft, geteilt zu haben, um "politische und rechtliche Aspekte" abzudecken. Laut Lovera müsse diese Aussage untersucht werden.

Er ging noch weiter und beschuldigte Juan José Galeano, tatsächlich die Kontrolle über den IPS zu haben, und behauptete, Fretes habe keine Autonomie für Veränderungen. Lovera sagte zudem, einen mutmaßlichen Vermögensschaden von rund 50 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit einer Umspannstation, Solarpanels und weiteren Gütern entdeckt zu haben. Er kritisierte, dass die derzeitige Leitung keine Strafanzeigen erstattet habe.

IPS-Präsident Isaías Fretes reagierte, indem er Loveras Vorwürfe als "inkohärent" abtat und erklärte, es lohne nicht, sich zu jemandem zu äußern, der nicht mehr zur Institution gehöre. Allerdings kündigte Fretes an, der IPS werde aufgrund abgeschlossener interner Prüfungen nun seine erste Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen. Weitere 30 Fälle würden geprüft und könnten in den kommenden Wochen zu weiteren Klagen führen.

Fretes führte die Krise der Institution auf eine angesammelte "administrative Unordnung" zurück, die zu Lieferengpässen bei Medikamenten und einer prekären Finanzlage mit Schulden von etwa 500 Millionen US-Dollar bei der Pharmaindustrie geführt habe.

Parallel dazu verteidigte Senatspräsident Basilio "Bachi" Núñez Fretes und forderte, ihm Zeit zum Arbeiten und zum Abbau von Korruptionsstrukturen zu geben. Núñez wies Vorwürfe externer Einmischung in die IPS-Verwaltung zurück und betonte, Fretes handle eigenständig.

Fretes bestätigte außerdem die Ernennung des promovierten Wirtschaftsprüfers Carlos Pereira zum ehrenamtlichen Berater der IPS-Präsidentschaft. Er gehöre nun einem Expertenteam an, das die Krise lösen solle. Fretes betonte, er habe bereits strategische Personalwechsel vorgenommen, etwa in der Vermögensverwaltung und im Schatzmeisteramt, behielt aber Gladys Vera als Leiterin der Verwaltung und Finanzen, da ihre Arbeit derzeit zufriedenstellend sei.

Quellen (9)

Aktualisiert: 15.07.2026, 14:32