Am 30. Juli 2024 wurde während einer geheimen Sitzung des Instituto de Previsión Social (IPS) eine außergerichtliche Einigung mit dem Consorcio Hotelero Sudamericano SA über die Zahlung von 7,5 Milliarden Guaraní (paraguayische Währung) genehmigt, bezogen auf eine Gesamtschuld von 10,781 Milliarden Guaraní, die bis November 2018 angefallen war. Die Vereinbarung enthielt einen zusätzlichen Anteil von 5 % für Anwaltsgebühren, doch die ausdrückliche Empfehlung des damaligen Ratsmitglieds Víctor Insfrán, das Verfahren zur Zahlung der Gerichtskosten und Honorare detailliert darzulegen, wurde in der endgültigen Beschlussfassung ignoriert.
Infolgedessen profitierte ausschließlich José González Maldonado, der ehemalige Rechtsdirektor des IPS, von der Zahlung der Honorare und erhielt 412,5 Millionen Guaraní direkt auf sein persönliches Konto. Diese Überweisung erfolgte durch eine fragwürdige finanzielle Dreiecksbeziehung, die lediglich auf einer internen Notiz basierte, die von María Graciela Cabral, einer Mitarbeiterin des IPS, unterzeichnet wurde und die Einzahlung auf das Privatkonto von González Maldonado oder in bar anforderte.
Die Finanzleiterin des IPS, Gladys Vera, befolgte die Anweisung und überwies die Beträge vom Konto der Institution auf das persönliche Konto des Exdirektors, obwohl das Consorcio Hotelero Sudamericano sowohl die 7,5 Milliarden Guaraní der Vereinbarung als auch die 412,5 Millionen Guaraní für die Honorare auf die offiziellen Konten des IPS eingezahlt hatte. Somit fungierte das Institut faktisch als privater Inkassodienstleister für die Honorare des Exdirektors.
Obwohl González Maldonado gegenüber dem Rechnungshof erklärt hatte, die Honorare seien ausschließlich sein Einkommen, tätigte er später willkürliche Zahlungen an andere an dem Gerichtsverfahren gegen das Consorcio beteiligte Fachleute, wobei nicht bekannt ist, wer diese Zahlungen erhielt oder in welcher Höhe sie verteilt wurden.
Die Ermittlungen wegen unrechtmäßiger Bereicherung und Vertrauensbruch gegen González Maldonado veranlassten die Staatsanwaltschaft, die Behörden des IPS formell aufzufordern, eine beglaubigte Kopie des Protokolls der geheimen Sitzung vorzulegen, in der die Vereinbarung genehmigt wurde. Nach eigenen Angaben von González Maldonado hatte die Einigung die Zustimmung des Staatspräsidenten Santiago Peña, und die rechtlichen Gutachten wurden direkt an den wirtschaftlichen Berater des Präsidenten, Juan José Galeano, weitergeleitet, um politische und rechtliche Rückendeckung für das Abkommen zu sichern.
Hintergrund: Das IPS (Instituto de Previsión Social) ist die nationale Sozialversicherungsanstalt Paraguays, die für die Verwaltung von Renten und Altersleistungen der paraguayischen Arbeitnehmer zuständig ist. Große finanzielle Beschlüsse des IPS-Rats wirken sich direkt auf die Rentenkassen und die öffentlichen Finanzen aus, weshalb Transparenz bei Vergleichen wie diesem für paraguayische Rentner und Steuerzahler von Bedeutung ist.
