Ehemaliger UTE-Manager hebt brutalen Vorteil Paraguays auf dem Energiemarkt hervor

Der ehemalige Geschäftsführer der uruguayischen Elektrizitätswerke UTE, Carlos Pombo, erklärte, Paraguay habe einen "brutalen Vorteil" auf dem regionalen Strommarkt und hob die uruguayische Erfahrung mit langfristigen Stromlieferverträgen, intelligenten Stromzählern und der Bekämpfung von Netzverlusten als Vorbild für die Branche hervor.

Ehemaliger UTE-Manager hebt brutalen Vorteil Paraguays auf dem Energiemarkt hervor
KI-generierte Illustration.

Der ehemalige Generalmanager der uruguayischen Elektrizitätsgesellschaft UTE, Carlos Pombo, erklärte, Paraguay verfüge aufgrund seines Potenzials für Energieexporte über einen „enormen Vorteil“ auf dem regionalen Strommarkt. Die Aussage fiel während seiner Teilnahme an einer Podiumsdiskussion des Unternehmerbeirats zum Thema Energie in Paraguay.

Pombo erläuterte, Uruguay habe private Investitionen in die Stromerzeugung mithilfe langfristiger Abnahmeverträge angezogen, sogenannter Power Purchase Agreements (PPA). Diese Verträge garantieren den Ankauf der erzeugten Energie über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren. Dadurch können Investoren ihre Investitionen refinanzieren und eine Rendite von etwa 7 bis 8 Prozent erzielen. „Niemand investiert 100 Millionen US-Dollar aus eigenen Mitteln in den Bau eines Energieparks. Der Investor bringt einen Teil des Kapitals ein und finanziert den Rest über Kredite“, betonte er.

Der Experte hob außerdem die Bedeutung intelligenter Stromzähler hervor. In Uruguay seien diese bereits bei sämtlichen 1,67 Millionen Kunden installiert. Die Technologie mache manuelle Ablesungen überflüssig und ermögliche es, den Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt zu erfassen. Darüber hinaus lassen sich damit zeitlich verschiebbare Stromverbräuche identifizieren und gezielt in Zeiten geringerer Nachfrage verlagern. Dies reduziert Lastspitzen und ermöglicht eine effizientere Planung von Investitionen in die Netzinfrastruktur.

Pombo erwähnte zudem moderne Technologien zur Verringerung nichttechnischer Verluste, insbesondere zur Erkennung von Stromdiebstahl. Dazu werden Kontrollzähler für einzelne Straßenabschnitte installiert. Diese vergleichen die insgesamt in einen Abschnitt eingespeiste Strommenge mit der Summe der von den einzelnen Kunden gemessenen Verbräuche. „Wenn eine erhebliche Differenz besteht, zeigt das System sofort an, dass sich möglicherweise Personen unrechtmäßig an das Stromnetz angeschlossen haben“, erklärte er.

Mit Blick auf die regionale Energieintegration betonte Pombo, Paraguay könne seine Position auf dem Strommarkt verbessern, indem es Phasen der Überproduktion gezielt für den Export nutze. Er verwies auf die Erfahrungen Uruguays, das sich von einem Energieimporteur zu einem Energieexporteur entwickelt habe. Grundlage dafür seien unter anderem ein System stündlich variierender Strompreise sowie eine unabhängige Marktverwaltungsstelle, die das aktuelle Energieangebot und die jeweilige Nachfrage koordiniere.

Quellen (1)

Aktualisiert: 27.07.2026, 01:43