Bei einem gemeinsamen Einsatz der brasilianischen Bundespolizei und des Arbeits- und Beschäftigungsministeriums am Donnerstag, dem 17., sind 23 paraguayische Arbeiter aus einer Farm in Puerto Murtinho im Bundesstaat Mato Grosso do Sul gerettet worden. Das Anwesen wird Aparecido Carlos Bernardo zugerechnet, der für den Bundesstaat als Kandidat für das Abgeordnetenhaus antritt.
Der Einsatz erfolgte nach einer Meldung über die informelle Beschäftigung von Ausländern und darüber, dass die Arbeiter in einer prekären Lage gehalten wurden. Untersucht werden unter anderem der Einbehalt von Löhnen, fehlende formelle Arbeitsregistrierung und ein Verbot, das Anwesen zu verlassen. Die Behörden klären die Umstände des Falls noch.
Während des Einsatzes wurden außerdem 14 Schusswaffen, darunter großkalibrige Gewehre, sowie Munition beschlagnahmt. Den zu dem Einsatz veröffentlichten Informationen zufolge waren einige Waffen nicht registriert; bei einigen waren die Seriennummern abgeschliffen.
Bernardo wies die Vorwürfe zurück. In Äußerungen gegenüber dem Sender Globo erklärte er, die Arbeiter hätten sich gegen eine Registrierung entschieden und angemessene Bedingungen erhalten. Außerdem sagte er, die Aufgaben seien in Schichten verteilt worden, es habe Klimaanlagen gegeben und die Arbeitszeiten hätten trotz der Hitze in der Region kein Risiko dargestellt. Zu den Waffen erklärte er, die Nutzung solcher Ausrüstung sei in der Gegend üblich, und bezeichnete den Einsatz als Ergebnis einer „politischen Verfolgung“.
Puerto Murtinho liegt Carmelo Peralta im paraguayischen Departamento Alto Paraguay gegenüber. Der Fall betrifft in Brasilien angetroffene paraguayische Arbeiter und eine von brasilianischen Behörden geführte Untersuchung. Die Quellen machen jedoch keine Angaben zum individuellen Aufenthaltsstatus der Geretteten oder zu den nach dem Einsatz ergriffenen Maßnahmen.
Bernardo ist auch als Carlos de UCP bekannt. Er ist Eigentümer der Universidad Interamericana und war geschäftsführender Direktor der Universidad Central de Pedro Juan Caballero. Einer der Berichte erwähnt weitere mutmaßlich rechtswidrige Aktivitäten, die in Brasilien und Paraguay untersucht würden, enthält jedoch nicht genügend Einzelheiten, um diese Vorwürfe als bestätigte Tatsachen darzustellen.
Die Untersuchung der Arbeitsbedingungen, der Löhne sowie der Herkunft und der rechtlichen Zulässigkeit der Waffen dauert an. Die Rettung und die Beschlagnahmungen dokumentieren Verdachtsmomente und polizeiliche Maßnahmen; ob Zwangsarbeit oder andere Straftaten vorliegen, hängt von den Ermittlungen der Behörden und den Gerichtsentscheidungen ab.
