Die brasilianische Bundessteuerbehörde (Receita Federal) hat gemeinsam mit der Bundespolizei (Polícia Federal) die Operation Sicarius gestartet, um eine kriminelle Organisation zu zerschlagen, die Geldwäsche aus dem Schmuggel an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien betrieb. Die Ermittlungen ergaben, dass die Gruppe vor allem in der Stadt Guaíra im Bundesstaat Paraná aktiv war und sich mit dem Schmuggel von Zigarroten und Pflanzenschutzmitteln befasste.
Im Zuge der Untersuchung wurde ein Wechsler identifiziert, der zwischen 2019 und 2024 über 375 Millionen Real bewegt haben soll, wobei er Bankkonten von Strohmännern und Scheinfirmen nutzte. Allein auf seinen persönlichen Konten soll der Wechsler im genannten Zeitraum rund 114 Millionen Real bewegt haben. Er gilt als zentrales Bindeglied bei den Geldwäschegeschäften der Organisation.
Die Ermittlungen begannen nach der Festnahme von Gruppenmitgliedern auf frischer Tat, hauptsächlich beim Transport von geschmuggelten Zigaretten aus Paraguay. Die brasilianische Justiz erließ 120 richterliche Anordnungen, darunter 62 Durchsuchungs- und Beschlagnahmebefehle, 44 Haftbefehle in Untersuchungshaft und 14 Befehle zu vorübergehender Festnahme. Diese wurden in den Bundesstaaten Paraná, São Paulo, Santa Catarina, Rio Grande do Sul, Mato Grosso do Sul, Goiás und Pará vollstreckt, wie vom 1. Bundesgericht Guaíra angeordnet.
Neben den Festnahmen und Beschlagnahmen wurden Steuerprüfungen bei Unternehmen durchgeführt, die Gelder des untersuchten Wechslers erhalten hatten, sowie Konten von in die Betrugssysteme verwickelten natürlichen und juristischen Personen eingefroren. Die Operation verstärkt die Bekämpfung des intensiven Schmuggel- und Geldwäschestroms in der Grenzregion zwischen Paraguay und Brasilien.