Ex-Chef der Seprelad steht wegen angeblicher Verzögerung von Ermittlungen gegen Geldwäscher Darío Messer vor Gericht

Óscar Boidanich, ehemaliger Minister des Sekretariats zur Verhinderung von Geldwäsche (Seprelad), muss sich vor Gericht verantworten, weil er angeblich die Weitergabe eines Geheimdienstberichts, der den brasilianischen Geldwäscher Darío Messer mit dem Ex-Präsidenten Horacio Cartes in Verbindung brachte, um zehn Monate verzögert und damit die Beschlagnahme von Vermögenswerten behindert haben soll.

Der ehemalige Minister des Sekretariats zur Verhinderung von Geldwäsche (Seprelad), Óscar Boidanich, erschien am Mittwoch vor Gericht zum Auftakt seines Prozesses. Ihm wird vorgeworfen, den Beginn von Ermittlungen gegen den brasilianischen Geldwäscher Darío Messer, bekannt als „Seelenbruder“ des Ex-Präsidenten Horacio Cartes, behindert und damit die Beschlagnahme von Vermögenswerten in Paraguay gefährdet zu haben.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft soll Boidanich zwischen dem 28. Juni 2017 und dem 16. April 2018 die Weitergabe eines Geheimdienstberichts verzögert haben, der Hinweise auf Geldwäsche mit Beteiligung von Messer enthielt. Die Verzögerung von etwa zehn Monaten habe die Eröffnung eines Strafverfahrens ungerechtfertigt hinausgezögert und die Sicherstellung oder Beschlagnahme illegal erworbener Vermögenswerte erschwert.

Der Bericht brachte Darío Messer auch mit dem Ex-Präsidenten Horacio Cartes in Verbindung – eine Information, die der Anklage zufolge der Staatsanwaltschaft vorenthalten worden sein soll. Die Verteidigung Boidanichs hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht öffentlich geäußert.