Mehr als zwei Jahre nach der Anschuldigung und mehr als ein Jahr, nachdem die Staatsanwaltschaft die formelle Anklage eingereicht hat, liegt die Sache um die Weitergabe vertraulicher und manipulierte Berichte der Sekretariats zur Verhinderung von Geldwäsche (Seprelad) weiterhin praktisch auf Eis. Das Verfahren betrifft ehemalige hochrangige Beamte der Regierung von Mario Abdo Benítez und hat es noch nicht geschafft, die erste Filterphase zu überwinden, um zur mündlichen Verhandlung zu gelangen.
Am 11. März 2025 reichte die Staatsanwaltschaft die Anklage ein und beantragte die Erhebung des Falles zur mündlichen Verhandlung. Damals erklärten die Staatsanwälte die Ermittlungen für abgeschlossen und legten einen abschließenden Antrag mit mehr als 200 Beweismitteln vor. Der nächste Schritt wäre die Durchführung der vorbereitenden Anhörung gewesen, bei der ein Richter die Beweise prüft und entscheidet, ob genügend Anhaltspunkte für die Eröffnung der mündlichen Verhandlung vorliegen. Diese Phase wurde jedoch nie erreicht: Bis heute gibt es keinen Termin für die Anhörung.
Der Grund ist eine Reihe von Rechtsmitteln, die von den Verteidigern der Angeklagten eingelegt wurden und die die Akte an höhere Instanzen weitergeleitet haben. Der letzte Verfahrensschritt richtete sich gegen die Mitglieder der Berufungskammer, was dazu führte, dass der Fall an den Obersten Gerichtshof verwiesen wurde, wo er auf eine Entscheidung wartet.
Die Staatsanwaltschaft hat Carlos Arregui, Arnaldo Giuzzio, René Fernández, Carmen Pereira, Guillermo Preda und Francisco Pereira wegen angeblicher krimineller Vereinigung, Verletzung des Dienstgeheimnisses, Amtsanmaßung und falscher Anschuldigung angezeigt. Daniel Farías war ursprünglich ebenfalls Teil des Verfahrens, verstarb jedoch im vergangenen März, ohne sich vor Gericht verantworten zu müssen.
Parallel dazu haben der ehemalige Präsident Mario Abdo Benítez und sein ehemaliger Sekretär, der jetzige Abgeordnete Mauricio Espínola, einen anderen Verfahrensstatus. Beide wurden im März 2024 von den Staatsanwälten Aldo Cantero und Giovanni Grisetti angeklagt, genießen jedoch aufgrund ihrer Immunität Schutz.
Der Fall entstand durch die Weitergabe vertraulicher Informationen der Seprelad. Dokumente sollen gefälscht und dazu benutzt worden sein, politische Gegner der Regierung von Abdo Benítez zu verfolgen. Für die Staatsanwaltschaft handelte es sich um ein koordiniertes Schema des Missbrauchs sensibler Informationen, die von staatlichen Stellen erzeugt wurden. Bislang wurde keiner der Verantwortlichen bestraft.