Trotz des Wasserreichtums in Paraguay ist Wasser keine unbegrenzte Ressource, warnte Luis Silvio Ríos, Architekt und Dozent an der Fakultät für Architektur, Design und Kunst der Nationalen Universität von Asunción (FADA-UNA). Während des XV. Regionalkongresses für Architekturtechnologie (CRETA), der an der FADA-UNA stattfand, vertraten Fachleute die Ansicht, dass nachhaltige Architektur eine entscheidende Antwort auf den Erhalt der Ressourcen sei, da sie den sorgsamen Umgang mit Wasser und die Reduzierung des Energieverbrauchs fördere.
Ríos erklärte, dass die sogenannte "Wasserkultur" über die Einführung von Spartechnologien hinausgehe und auch die gesellschaftliche Wertschätzung der Ressource umfasse. Er hob hervor, dass im Gegensatz zur Chaco-Region die größere Wasserverfügbarkeit in der Ostregion eine falsche Wahrnehmung der Unerschöpflichkeit erzeugen könne. "Wasser ist eine kostbare Ressource auf dem gesamten Planeten. Es gibt viele Länder, die nur Wasser für das Nötigste haben", sagte er.
Zu den vorgestellten Lösungen gehören architektonische Systeme, die es ermöglichen, Regenwasser während starker Niederschläge vorübergehend zurückzuhalten, um es später kontrolliert abzuleiten oder im Boden versickern zu lassen, was zur Grundwasserneubildung beiträgt. Für den täglichen Verbrauch können relativ einfache Technologien, wie Wasserhähne, die Luft in den Wasserstrahl mischen, zu erheblichen Einsparungen führen. Diese Lösungen sind auf dem lokalen Markt jedoch noch wenig verbreitet, was Ríos auf eine fehlende etablierte Nachfrage nach Wassereffizienz zurückführt.
Aus wirtschaftlicher Sicht bedeutet Nachhaltigkeit drastisch reduzierte Betriebskosten über die Lebensdauer eines Gebäudes. Die Bauingenieurin Gabriela Mesquita, Master in Umwelttechnik, erläuterte, dass ein nachhaltiges Gebäude eine etwa 4 % höhere Anfangsinvestition erfordere, diese Mehrkosten jedoch in einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren amortisiert werden könnten. "Es gibt eine Einsparung von 40 % bis 60 % bei der Energie, in einigen Fällen können es bis zu 70 % sein. Beim Wasserverbrauch liegt die Reduzierung zwischen 30 % und 60 %", erklärte sie.
Mesquita teilte mit, dass Paraguay bereits über mehr als 800.000 Quadratmeter nach Nachhaltigkeitskriterien gebaute oder im Bau befindliche Fläche verfüge. Sie identifizierte jedoch Hindernisse für eine größere Verbreitung: das mangelnde Wissen der Endnutzer über die Vorteile in Bezug auf Umweltqualität, thermischen Komfort und Kostensenkung sowie eine unzureichende Kommunikation dieser Vorteile unter Immobilienentwicklern.
Die Veranstaltung hob hervor, dass trotz der Herausforderung durch die Anfangsinvestition die finanziellen und ökologischen Erträge mittel- und langfristig nachhaltiges Bauen als eine praktikable und notwendige Alternative für die städtische Entwicklung in Paraguay positionieren, die Wachstum mit dem Erhalt kritischer natürlicher Ressourcen in Einklang bringt.
