Der Senator Rafael Filizzola von der Progressiven Demokratischen Partei (PDP) erklärte, die Opposition werde ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Richter des Obersten Gerichtshofs nicht unterstützen, sofern das Ziel darin bestehe, als unabhängig geltende Richter abzusetzen.
„Hier will man denen den Kopf abschlagen, die sich nicht unterordnen und nicht anpassen“, sagte Filizzola mit Blick auf Gerüchte über geplante Veränderungen in der Zusammensetzung des Gerichts. Seinen Angaben zufolge wurden zwei oder drei Richter sowie der Generalstaatsanwalt Emiliano Rolón und Mitglieder der Wahlgerichtsbarkeit als mögliche Ziele einer gemeinsamen Aktion genannt.
Die Äußerungen geben die Einschätzung des Senators wieder und bestätigen nicht, dass ein formeller Antrag auf Amtsenthebung vorliegt oder eine offizielle Liste betroffener Amtsträger existiert. Filizzola räumte ein, dass politisches Interesse an Veränderungen bestehe, bezweifelte jedoch, ob die dafür notwendigen Stimmen zusammenkämen.
„Der Gerichtshof muss besser arbeiten. Darüber sind sich alle einig“, betonte er. Für den Senator erfordert das paraguayische Justizsystem tiefgreifende Reformen, doch jede Amtsenthebung müsse auf konkreten Gründen und einer nachweislichen Fehlleistung beruhen – nicht auf einzelnen Vorfällen oder mangelnder politischer Loyalität.
Filizzola kritisierte zudem den Richterrat, der an der Auswahl von Richtern beteiligt ist, als „desaströs“. Seiner Ansicht nach könnten Veränderungen in der Zusammensetzung der Institutionen ohne Reform der Auswahlmechanismen zu noch größeren Problemen führen als die bestehenden.
Laut Filizzola wären derzeit mindestens 20 Abgeordnete bereit, gegen eine mögliche Amtsenthebung von Richtern des Obersten Gerichtshofs zu stimmen. Diese Zahl könnte ein politisches Hindernis darstellen, obwohl das Verfahren zunächst in der Abgeordnetenkammer eingeleitet werden müsste.
Das Verfahren ist in Artikel 225 der Verfassung geregelt. Die Abgeordnetenkammer muss die Anklage formulieren, während der Senat als Entscheidungsgremium fungiert. Jede Initiative müsste daher zunächst die Hürde der Eröffnung in der Kammer und anschließend die erforderlichen Mehrheiten im Kongress überwinden.
Filizzola fasste die Position des oppositionellen Blocks zusammen: Man werde die Absetzung von Richtern, die ihre Aufgaben ordnungsgemäß erfüllen, nicht unterstützen. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, die Funktionsweise der Justiz zu verbessern, und plädierte dafür, Reformen auf Grundlage institutioneller Kriterien und nicht als Machtkampf zu diskutieren.
