Juristische Fakultät der UNA untersucht mutmaßliche Versuche, Noten nach Chat-Leaks zu ändern

Die Juristische Fakultät der Nationalen Universität Asunción (UNA) hat eine vorläufige Untersuchung zu mutmaßlichen Versuchen eingeleitet, Prüfungsnoten nach dem Bekanntwerden von WhatsApp-Chats zu manipulieren. Die Chats enthalten Hinweise auf Bitten um Begünstigungen und Namenslisten von Studierenden, darunter der studentische Delegierte Alejandro „Tratito“ Ovelar. Die Echtheit der Nachrichten und mögliche Notenänderungen sind noch zu klären.

Juristische Fakultät der UNA untersucht mutmaßliche Versuche, Noten nach Chat-Leaks zu ändern

Die Juristische und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Nationalen Universität Asunción (UNA) hat eine vorläufige Untersuchung zu mutmaßlichen Versuchen eingeleitet, Prüfungsnoten nach der Veröffentlichung von WhatsApp-Chats zu beeinflussen. Die Untersuchung wurde am 6. September 2026 vom Dekan Carlos Gustavo González Morel angeordnet und obliegt dem Justiziar Guillermo Abdala.

Die Nachrichten wurden vom Studierendenzentrum der Juristischen Fakultät (CEDUNA) als Beleg für ein mögliches System akademischer Begünstigungen vorgelegt, an dem Studenten, Delegierte und Universitätsverantwortliche beteiligt sein sollen. In den Dialogen finden sich Bitten, Studenten durchzubringen oder nicht durchfallen zu lassen, sowie Hinweise auf Listen mit fünf bis zehn Namen, die an Dozenten weitergeleitet werden sollten, um Noten zu ändern.

In den Chats wird Alejandro „Tratito“ Ovelar, studentischer Delegierter und Sohn des Senators Silvio Ovelar, namentlich genannt. Kommilitonen bezeichnen ihn als einen der Hauptverantwortlichen für die mutmaßlichen Absprachen am Sitz der Fakultät in der Avenida Santísima Trinidad. Die Vorwürfe sind bisher nicht belegt, und die interne Untersuchung soll zunächst Unterlagen und Berichte zusammentragen, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden.

Die Gespräche nennen auch hochrangige Dozenten, darunter ehemalige Minister des Obersten Gerichtshofs, öffentliche Verteidiger und aktuelle Mitglieder des Obersten Gerichts. Die Chats deuten darauf hin, dass einige Lehrkräfte als empfänglicher für Bitten zur Änderung von Prüfungsergebnissen gelten, doch gibt es bislang keine öffentliche Bestätigung, dass solche Änderungen tatsächlich vorgenommen wurden oder dass die genannten Dozenten an dem System beteiligt waren.

Das CEDUNA unter Vorsitz von Nicolás Granado hielt eine außerordentliche Sitzung ab und kündigte an, den Fall der Fakultätsleitung, dem Wahlgerichtshof und der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Hintergrund ist, dass einige der mutmaßlich Beteiligten bei den kommenden Wahlen für verschiedene Gremien der Universität kandidieren.

Alexia Flores, ebenfalls studentische Delegierte, erklärte, Dritte hätten ohne ihre Erlaubnis auf ihren WhatsApp-Account zugegriffen und private Gespräche veröffentlicht. Sie betonte zudem, dass einige Screenshots bearbeitet oder verfälscht worden seien, um sie und andere zu schaden. Diese Warnung soll bei der Prüfung der Echtheit des Materials berücksichtigt werden.

Die Fakultät hat bislang keine Suspendierungen oder andere administrative Maßnahmen gegen Dozenten oder Verantwortliche verhängt. Die interne juristische Untersuchung läuft parallel zu möglichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, während die Hochschulgemeinschaft auf die Überprüfung der Chat-Inhalte und mögliche Auswirkungen auf die Prüfungsergebnisse wartet.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 07.09.2026, 08:23