Der Strafrichter Miguel Palacios ordnete die Übersendung der Unterlagen zur Anklage und des Antrags auf Aufhebung der Immunität gegen die Strafrichterin Librada Beatriz Peralta Céspedes aus Pedro Juan Caballero an den Jurado de Enjuiciamiento de Magistrados (JEM) und das Plenum des Obersten Gerichtshofs an. Die Entscheidung folgt einem Antrag von Staatsanwalt Leonardi Guerrero, der geltend macht, die Richterin habe Dokumente mit falschem Inhalt verwendet, um sich in einem Auswahlverfahren des Richterrates Vorteile zu verschaffen.
Gemäß dem Beschluss sollen sowohl der JEM als auch der Oberste Gerichtshof formell von der Anklageschrift Kenntnis nehmen und die Hintergründe des Falles prüfen. Der Richter ordnete zudem die vollständige Übersendung der Dokumente und Verfahrensakten an, in Erfüllung der verfassungs- und verfahrensrechtlichen Bestimmungen für Richter mit privilegiertem Gerichtsstand.
Die Ermittlungen drehen sich um mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei Zertifikaten und Unterlagen, die verwendet worden sein sollen, um akademische oder berufliche Verdienste in vom Richterrat durchgeführten Auswahlverfahren nachzuweisen. Mit dieser Entscheidung erhält der Fall institutionelle Auswirkungen sowohl auf justizieller als auch auf disziplinarischer Ebene, da der JEM mögliche Maßnahmen bezüglich des Verbleibs der Richterin im Amt prüfen könnte, während das Strafverfahren fortschreitet.
Die Situation hat starke Auswirkungen auf das Justizsystem von Pedro Juan Caballero und stellt die Kontroll- und Dokumentenprüfungsmechanismen in öffentlichen Auswahlverfahren für Positionen in der Judikative erneut auf den Prüfstand.