Das Spezialgericht für organisierte Kriminalität verurteilte am Mittwoch, dem 19. August, fünf Personen wegen ihrer Beteiligung am Fall Scanner, bei dem ein Kokainschmuggelring am internationalen Flughafen Silvio Pettirossi zerschlagen wurde. Luis Alberto Servián Zárate, ehemaliger Sicherheitschef des Flughafens und als „Kopf“ der Gruppe bezeichnet, erhielt die höchste Strafe: 14 Jahre Haft wegen Drogenhandels.
Die weiteren Verurteilten sind Ramón Isacio Arrúa Fernández, ebenfalls ehemaliger Sicherheitschef, mit viereinhalb Jahren Haft; der Röntgenaufsicht Basilio Darío Rodríguez Hetter mit vier Jahren; die Scanner-Bedienerin Martha Liliana Coronel De Chávez mit dreieinhalb Jahren; und Eliana Beatriz Cardozo Ramírez, die als „Drogenkurierin“ die Ware transportieren sollte, mit viereinhalb Jahren. Das Gericht, bestehend aus den Richtern Juan Dávalos, Inés Galarza und Pablino Barreto, sprach den Anwalt Carlos Adrián Duarte Vera wegen begründeter Zweifel an seiner Beteiligung frei.
Der Ring wurde am 11. Oktober 2023 aufgedeckt, als eine Routinekontrolle am Flughafen Eliana Cardozo mit Kokain in ihrem Gepäck erwischte. Sie sollte mit einem Flug der Air Europa nach Madrid, Spanien, reisen. Das Gericht stellte fest, dass die Flughafenmitarbeiter gezielt dafür sorgten, dass die Kontrolle der Kurierin in einem für Diplomaten und Crewmitglieder reservierten Scannerbereich durchgeführt wurde, um die Sicherheitsprotokolle zu umgehen.
Der Drogenfahnder Andrés Arriola, der Strafen zwischen acht und 16 Jahren gefordert hatte, kritisierte das Urteil und kündigte Berufung an. Er argumentierte, das Gericht habe nicht alle überzeugenden Beweise aus der mündlichen Verhandlung berücksichtigt.
Neben den Verurteilungen entschied das Gericht, Vorermittlungen an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten, um den liberalen Senator Líder Amarilla und weitere Flughafenmitarbeiter zu untersuchen, deren Namen in Zusammenhang mit dem Fall in Nachrichten aufgetaucht sein sollen. Die Information über die Ermittlungen gegen den Senator wurde von La Nación veröffentlicht, konnte jedoch nicht sofort von anderen offiziellen Quellen bestätigt werden.
Die Richter ordneten außerdem die Einziehung des beschlagnahmten Bargelds, die Vernichtung der Handys und der Drogen sowie die Rückgabe von Fahrzeugen und anderen Gegenständen an den Anwalt Carlos Duarte an.
