Lkw ohne Bremsen tötet fünf Menschen in Ypacaraí und deckt Mängel an der PY02 auf

Fünf Menschen starben und sieben wurden verletzt, nachdem ein Lkw ohne Bremsen auf der PY02 in Ypacaraí mit Fahrzeugen kollidierte. Der Unfall offenbart mechanische Mängel, marode Infrastruktur und Verzögerungen bei zugesagten Baumaßnahmen. Der Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, während die Opposition die Verantwortung der Ministerin für öffentliche Arbeiten einfordert.

Lkw ohne Bremsen tötet fünf Menschen in Ypacaraí und deckt Mängel an der PY02 auf

Fünf Menschen starben und sieben wurden verletzt, als ein Lkw ohne Bremsen am Samstagabend mit mehreren Fahrzeugen zusammenstieß, die an der Ampel der Kreuzung Pedrozo in Ypacaraí warteten. Der Unfall ereignete sich am Kilometer 42 der PY02, an einem steilen Gefälle des Cerro Caacupé, wo die Kombination aus starkem Gefälle und technischen Mängeln bereits in den vergangenen Jahren ähnliche Tragödien verursacht hatte.

Der Scania-Lkw aus dem Jahr 1998 transportierte Ziegelsteine und wurde von Víctor Raúl Delacruz (48) gesteuert. Laut Polizei berichtete der Fahrer, dass er den Bremsdefekt erst bemerkte, nachdem er die Notbremsrampe passiert hatte, die vor Ort zur Unfallvermeidung installiert worden war. Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie das Fahrzeug die Rampe ignorierte und mit hoher Geschwindigkeit auf die an der Ampel stehenden Autos zuraste. Unter den Todesopfern befanden sich Marcelo Ávalos, Mitarbeiter des Senats, seine Ehefrau Fátima Silva sowie zwei ihrer Kinder (18 und 9 Jahre) sowie eine fünfte Person, María Concepción Domínguez (58).

Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Delacruz Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Ihm wird vorgeworfen, zu schnell gefahren zu sein und die Notbremsrampe nicht genutzt zu haben. Der Fahrer, dessen Alkoholtest negativ ausfiel, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen prüfen auch mögliche Mitverantwortung, etwa den Zustand der Straße und Verzögerungen bei den zugesagten Baumaßnahmen.

Die Kreuzung Pedrozo gilt als einer der gefährlichsten Abschnitte der PY02. Im September 2024 forderte ein ähnlicher Unfall am selben Ort sechs Todesopfer. Die Region verzeichnet seit 2013 schwere Unfälle, darunter Vorfälle in den Jahren 2017, 2022, 2023 und 2024. Nach der Tragödie von 2024 kündigte das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) Maßnahmen wie die Installation von Radaranlagen und den Bau einer Querbrücke an, um die Ampel zu ersetzen. Die Arbeiten sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Fernando Negrete, Bürgermeister von Ypacaraí, kritisierte die MOPC-Führung dafür, dass sie provisorische Lösungen wie die Ampel priorisiere, statt einen Längsviadukt oder eine Umgehungsstraße zu bauen – Optionen, die als sicherer gelten. Negrete erklärte, die Ampel sei als Übergangslösung installiert worden, doch die endgültige Baumaßnahme, die bis Juni dieses Jahres abgeschlossen sein sollte, verzögere sich wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen um Grundstücksenteignungen. Der stellvertretende Minister für öffentliche Arbeiten, Hugo Arce, schätzte, dass die Querbrücke in fünf bis sechs Monaten fertiggestellt werden könne, sodass die Ampel entfernt werden könne.

Oppositionelle Senatoren unter Führung von Líder Amarilla (PLRA) reichten einen Antrag auf Befragung der MOPC-Ministerin Claudia Centurión ein. Sie werfen ihr „kriminelle Fahrlässigkeit“ wegen der Verzögerungen und mangelnder Sicherheit auf dem Streckenabschnitt vor. Amarilla bezeichnete die Tragödie als Folge von Korruption und forderte die Absetzung der Ministerin. Der Antrag stößt jedoch auf Widerstand der Regierungsfraktion, die argumentiert, eine Befragung dürfe nicht als Verurteilungsinstrument genutzt werden. Der Senatspräsident Basilio Núñez kritisierte die Initiative als opportunistisch und forderte eine breitere Debatte über Verkehrssicherheit im Land.

Während die politische Auseinandersetzung eskaliert, fordern Angehörige der Opfer und Anwohner der Region dauerhafte Lösungen, um weitere Tragödien zu verhindern. Die Notbremsrampe habe zwar in anderen Fällen Unfälle verhindert, reiche jedoch nicht aus, um schwere Fahrzeuge mit technischen Mängeln zu stoppen. Experten betonen, dass eine Kombination aus strengerer Überwachung, Fahrzeugwartung und angemessener Infrastruktur notwendig sei, um die Risiken an Gefahrenstellen wie Pedrozo zu verringern.

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Quellen (25)

Aktualisiert: 18.08.2026, 01:00