Gouverneur von Paraguay kündigt Bewerbung um Präsidentschaftskandidatur für 2028 an – unter Vorwürfen

Der paraguayische Gouverneur Ricardo Estigarribia hat seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur für die Wahl 2028 für die Authentische Radikal-Liberale Partei (PLRA) offiziell gemacht. Er wirbt für die Einheit der Opposition, während Medienberichte seine Amtsführung infrage stellen. Ihm werden mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei öffentlichen Ausschreibungen und ein wirtschaftlicher Aufstieg nach Übernahme öffentlicher Ämter vorgeworfen.

Gouverneur von Paraguay kündigt Bewerbung um Präsidentschaftskandidatur für 2028 an – unter Vorwürfen

Ricardo Estigarribia, Gouverneur des Departamento Central, hat seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur Paraguays für die Wahl 2028 für die Authentische Radikal-Liberale Partei (PLRA) offiziell erklärt. In einem Video, das er auf seinen sozialen Medien veröffentlichte, erklärte er: „Ich möchte Präsident der Republik werden, aber nicht einfach nur als weiterer Kandidat.“

Estigarribia rief alle Oppositionsgruppen dazu auf, ein breites Einheitsforum mit klaren Regeln und einem transparenten Verfahren zu bilden, bei dem die Bevölkerung entscheidet, wer die Opposition bei der Präsidentschaftswahl vertreten soll. „Zuerst die Einheit, dann die Kandidaturen – und ich werde als einer der Bewerber antreten“, betonte er.

Er kündigte an, den PLRA-Vorsitzenden Alcides Riveros nach den Kommunalwahlen am 4. Oktober formell aufzufordern, diesen Dialogtisch einzuberufen. Ziel ist es, ein gemeinsames Programm zu entwickeln, das die Opposition 2028 an die nationale Regierung bringt.

In seiner Rede verwies der Gouverneur auf seine politische Laufbahn und hob Projekte hervor, die er in der Verwaltung des Departamento Central umgesetzt hat, in dem ein Drittel der paraguayischen Bevölkerung lebt. Zudem erinnerte er an Maßnahmen während der Pandemie als Bürgermeister von Villa Elisa, darunter den Bau von Behandlungszentren für Erkrankte und die Einrichtung einer Sauerstoffanlage mit eigenen Mitteln.

Estigarribias Bewerbung erfolgt in einem Umfeld innerparteilicher Auseinandersetzungen innerhalb der PLRA und der Opposition insgesamt, in der auch Miguel Prieto von der Partei Yo Creo eine Rolle spielt. Die frühzeitige Initiative bricht mit einer angeblichen Vereinbarung der Oppositionsparteien, erst nach den Kommunalwahlen über Präsidentschaftskandidaturen zu sprechen.

Berichte der Zeitung *La Nación*, die nicht unabhängig bestätigt wurden, stellen Estigarribias Amtsführung infrage. Sie verweisen auf mutmaßliche Unregelmäßigkeiten bei öffentlichen Ausschreibungen, von denen Familienunternehmen profitiert haben sollen. Die Artikel beschreiben seinen wirtschaftlichen Aufstieg nach Übernahme öffentlicher Ämter und stellen seine Herkunft als Lotterieverkäufer dem Wachstum der Familienbetriebe während seiner Zeit als Bürgermeister von Villa Elisa gegenüber. Eine aktuelle Ausschreibung für die Anschaffung von Überwachungskameras durch die Verwaltung des Departamento Central wurde ausgesetzt, nachdem die Nationale Direktion für öffentliche Auftragsvergabe (DNCP) mutmaßliche Unregelmäßigkeiten im Verfahren festgestellt hatte.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 17.08.2026, 01:00