Der brasilianische Kraftstoff ist wieder günstiger als in Ciudad del Este und macht die Tankstellen in Foz do Iguaçu für paraguayische Autofahrer attraktiv. Die brasilianische Premium-Benzin-Sorte, vergleichbar mit Superbenzin, wird für etwa 7.500 Guaraní pro Liter angeboten, während der Preis in Ciudad del Este bei über 9.000 Guaraní liegt.
Noch deutlicher ist der Unterschied beim Diesel S-10. Während ein Liter in Ciudad del Este rund 10.800 Guaraní kostet, ist er in Foz do Iguaçu für etwa 8.000 Guaraní zu haben. Das entspricht einer Ersparnis von rund 3.000 Guaraní pro Liter – bei vollem Tank summiert sich das auf fast 140.000 Guaraní.
Doch um diese Ersparnis zu nutzen, muss man eines der größten Nadelöhre der Grenze passieren. Die Freundschaftsbrücke verzeichnet täglich ein hohes Verkehrsaufkommen von Fahrzeugen und Personen, das sich durch verstärkte Kontrollen der brasilianischen Zollbehörde (Receita Federal) noch verschärft. Die Überprüfungen verursachen zusätzliche Verzögerungen und tragen zu den Staus bei.
Für viele Autofahrer verliert die Ersparnis an Attraktivität, wenn sie lange Minuten oder sogar Stunden im Stau verbringen müssen. Die Kosten sind nicht nur eine Frage der Geduld: Sie umfassen auch den zusätzlichen Spritverbrauch während der Wartezeit und den Zeitverlust für Berufstätige oder andere Verpflichtungen.
Trotzdem überqueren weiterhin viele die Grenze. Befragte paraguayische Autofahrer geben an, dass sich die Wartezeit lohnt, wenn die Preisdifferenz pro Liter groß genug ist. Für andere überwiegt jedoch die Bequemlichkeit, in Ciudad del Este zu tanken – trotz des höheren Preises.
Die Freundschaftsbrücke wird damit zum entscheidenden Faktor, ob sich die Preisdifferenz auszahlt. Während der günstigere Sprit in Brasilien das Portemonnaie entlastet, wirkt der Grenzstau wie eine Hürde, die Autofahrer zwingt, zwischen Geldersparnis und Zeitersparnis abzuwägen. An dieser Grenze entscheidet die Geduld: Wer Zeit hat, fährt nach Foz; wer es eilig hat, für den lohnt sich die Ersparnis oft nicht.
