Richter ordnet Abbau von Kameras an und schützt isolierte indigene Gemeinschaft im paraguayischen Chaco vor YouTuber

Ein Richter hat den Abbau von Kameras angeordnet und dem YouTuber Nathan Pratt Seastrand Beschränkungen auferlegt, um das freiwillig isoliert lebende Volk der Ayoreo Totobiegosode im paraguayischen Chaco zu schützen. Hintergrund sind Vorwürfe, er habe Geld und Alkohol angeboten, um Kontakt zu ihnen herzustellen.

Richter ordnet Abbau von Kameras an und schützt isolierte indigene Gemeinschaft im paraguayischen Chaco vor YouTuber

Ein Haftrichter in Asunción hat dringende Schutzmaßnahmen für das freiwillig isoliert lebende indigene Volk der Ayoreo Totobiegosode im paraguayischen Chaco angeordnet. Die Entscheidung des Richters Marcelo Saldívar folgt einem Antrag des paraguayischen Instituts für indigene Angelegenheiten (INDI) gegen den US-amerikanischen Content-Creator Nathan Pratt Seastrand, bekannt als „Yankiguayo“, und dessen Unternehmen Deep Jungle Studios.

Die gerichtliche Anordnung sieht den Abbau von ohne Genehmigung installierten Wildkameras in Schutzgebieten vor und verbietet jegliche Aktivitäten, die unerwünschten Kontakt zu isolierten Indigenen ermöglichen könnten – darunter Suchaktionen, Ortungsversuche, Überflüge oder das Anbringen von Geräten. Zudem ist es untersagt, audiovisuelles Material zu veröffentlichen, zu verbreiten, zu übertragen oder zu vermarkten, das die Identifizierung, Lokalisierung oder Bloßstellung dieser Gemeinschaften ermöglicht.

Der Richter ordnete an, dass die paraguayische Steuer- und Zollbehörde (DNIT) innerhalb von 48 Stunden die Steuerdaten und den Aufenthaltsort von Seastrand und seinem Unternehmen übermittelt, da dessen tatsächlicher Wohnsitz nicht ermittelt werden konnte. Parallel dazu wurde die öffentliche Zustellung der Vorladung an den Beschuldigten sowie die Sicherung aller digitalen Materialien im Zusammenhang mit den Vorfällen angeordnet.

Vertreter der Ayoreo Totobiegosode hatten Seastrand vorgeworfen, Anwohnern Geld angeboten zu haben, um isolierte Indigene ausfindig zu machen, und zu diesem Zweck Wildkameras installiert zu haben. Der litauische Biologe und YouTuber Romualdas Šapoka, bekannt als „Don Šapoka“, erklärte, der US-Amerikaner habe zudem Alkohol an indigene Anführer verteilt, um Zugang zu geschützten Gebieten zu erhalten.

An den Schutzmaßnahmen sind mehrere Institutionen beteiligt, darunter das Umweltministerium MADES, die Nationalpolizei, die Nationale Telekommunikationskommission (Conatel) und das Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic). Sie sollen bei der Demontage von Geräten und der Unterbindung nicht genehmigter Übertragungen zusammenarbeiten.

Seastrand wies die Vorwürfe in sozialen Medien zurück und bezeichnete die Behauptungen, sein Team habe versucht, Kontakt zu freiwillig isolierten Ayoreo herzustellen, als falsch. Er räumte ein, Wildkameras aufgestellt zu haben, bestritt jedoch, dass diese in Schutzgebieten oder illegal angebracht worden seien.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (3)

Aktualisiert: 14.08.2026, 01:22