Handy der Verantwortlichen von Despierta Paraguay wird in Untersuchung zu digitalen Angriffen analysiert

Das Handy von Yecika Bracho, der Inhaberin der mit Despierta Paraguay verbundenen Telefonleitung, wird nach der Einigung mit Christian Chena im Rahmen einer Untersuchung zu einer mutmaßlichen Netzwerkstruktur digitaler Angriffe analysiert. Dabei sollen Konten und SIM-Karten Dritter genutzt worden sein. Mögliche Verbindungen zu Unternehmen und Amtsträgern sind gerichtlich noch nicht bestätigt.

Handy der Verantwortlichen von Despierta Paraguay wird in Untersuchung zu digitalen Angriffen analysiert

Yecika Magle Bracho Atacho übergab ein Handy, Chats und Audioaufnahmen zur forensischen Analyse, nachdem sie sich mit dem Unternehmer Christian Chena auf einen Vergleich geeinigt hatte. Der Fall betrifft die Seite Despierta Paraguay und ein mutmaßliches Netzwerk digitaler Angriffe auf Journalisten, Oppositionelle und Kritiker der Regierung von Santiago Peña.

Der Vergleich beendete eine Verleumdungsklage, die gegen Bracho eingereicht worden war. Sie ist Inhaberin der Telefonnummer, die für die Facebook- und Instagram-Konten von Despierta Paraguay genutzt wurde. Im Gegenzug verpflichtete sie sich, bei der Identifizierung möglicher Verantwortlicher und Geldgeber mitzuwirken. Die Analyse läuft noch, und die Vorwürfe sind gerichtlich nicht bestätigt.

Die an Chenas Anwälte übergebenen Unterlagen beschreiben eine Vorgehensweise, bei der SIM-Karten und Werbekonten auf Namen Dritter registriert wurden. Nachrichten aus dem Juli 2022 zeigen, wie Sergio Omar Masero Ruiz und José Ignacio García von der argentinischen Agentur Azafrán S.A. Bracho unter Druck setzten, „so schnell wie möglich“ vier oder fünf SIM-Karten zu besorgen. Sie erhielt dafür eine Vergütung von 50 US-Dollar, um Leitungen mit ihren persönlichen Dokumenten anzumelden.

Eine dieser Leitungen, die auf 828 endete, wurde später mit Despierta Paraguay in Verbindung gebracht. Eine andere, die auf 860 endete, soll für die Seite Paraguay Elige genutzt worden sein. Die Chats erwähnen auch Bestätigungscodes von Meta, die Gründung des Unternehmens Investing Group S.A. sowie die Beteiligung von Personen mit den Namen Diego und Julián. Die Seite Sucia Política taucht in zeitlichen und dokumentarischen Überschneidungen auf, doch diese Verbindungen müssen noch von den Behörden bestätigt werden.

Azafrán S.A. wird in den Unterlagen als ein Knotenpunkt der Struktur genannt. Die Agentur arbeitete mit Prana S.A. zusammen, wo Alejandra Duarte Albospino als Digitaldirektorin tätig war, bevor sie zur stellvertretenden Ministerin für Kommunikation im Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologien (Mitic) ernannt wurde. Diese funktionale Verbindung wird als Indiz gewertet, beweist jedoch nicht, dass Duarte an den Angriffen beteiligt war oder irgendwelche Operationen genehmigt hat.

Laut den im Fall veröffentlichten Unterlagen soll das Netzwerk 14 Seiten umfasst und 2.909.640.640 Guaraníes in digitale Werbung investiert haben, um Regierungsmaßnahmen zu bewerben und Kritiker anzugreifen. Die Seite Paraguay Elige blieb auch nach Peñas Amtsantritt aktiv und veröffentlichte 2024 Inhalte zu Regierungsprogrammen wie Hambre Cero.

Bei der Staatsanwaltschaft laufen zwei damit verbundene Ermittlungen: eine von Chena angestoßene und eine weitere Anzeige des Kommunikators Hugo Portillo, unterstützt von den Anwälten Ezequiel Santagada und Cecilia Pérez. Die Verteidigung beantragte auch Schutz für Bracho. Die Anwältin Alejandra Peralta Merlo erklärte, das Handy könne die „wahren Verantwortlichen“ der Struktur aufdecken, und deutete die Möglichkeit an, dass öffentliche Mittel genutzt worden sein könnten – eine Hypothese, die noch nicht bestätigt ist.

Der Senator Eduardo Nakayama von der Authentisch Radikal-Liberalen Partei (PLRA) forderte, die Ermittlungen voranzutreiben, und erklärte, „falls sich dies bestätigen sollte“, könnte der Fall als „Staatsterrorismus“ gewertet werden. Diese Aussage ist eine politische Einschätzung unter einer Bedingung und keine rechtliche oder behördliche Schlussfolgerung. Bisher gibt es keine gerichtliche Entscheidung, die eine Beteiligung der Regierung Peña oder ihrer Mitarbeiter an dem Netzwerk feststellt.

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Quellen (4)

Aktualisiert: 05.09.2026, 01:01