Anwalt fordert Untersuchung möglicher öffentlicher Finanzierung von Desinformationskampagnen in Paraguay

Der Anwalt Ezequiel Santagada hat die Staatsanwaltschaft Paraguays aufgefordert, den möglichen Einsatz öffentlicher Gelder für Desinformationskampagnen gegen Journalisten und Oppositionelle zu untersuchen. Dabei sollen Zeugen sowie die Vizeministerin Alejandra Saldivar vorgeladen werden.

Anwalt fordert Untersuchung möglicher öffentlicher Finanzierung von Desinformationskampagnen in Paraguay

Der Anwalt Ezequiel Santagada hat die Staatsanwaltschaft aufgefordert, die Ermittlungen zum möglichen Einsatz öffentlicher Mittel zur Finanzierung von Desinformationskampagnen gegen Journalisten und Medien in Paraguay voranzutreiben. Der Antrag gewann an Gewicht, nachdem ein Vergleich zwischen dem Unternehmer Christian Chena und Yecika Magle Bracho Atacho bekannt wurde, der Inhaberin der Telefonnummer, die mit der Seite „Despierta Paraguay“ in Verbindung steht.

Santagada, der gemeinsam mit der Anwältin Cecilia Pérez den Kläger Hugo Portillo vertritt, erklärte, dass Chenas Vergleich eine private Klage wegen Verleumdung betrifft. Die strafrechtliche Untersuchung ziele jedoch auf einen größeren Verdacht ab: den möglichen Missbrauch staatlicher Gelder zur Finanzierung von Angriffskampagnen gegen regimekritische Stimmen.

Die Ermittlungen wurden einem Spezialteam übertragen, das sich aus Beamten der Abteilungen für Wirtschafts- und Internetkriminalität zusammensetzt. Im Mittelpunkt stehe die Frage, ob öffentliche Mittel veruntreut wurden und wer die Kampagnen organisiert, finanziert oder durchgeführt habe, so Santagada.

Bracho Atacho gilt als potenziell wichtige Zeugin, da sie möglicherweise Kenntnisse über die interne Struktur, Kontakte und Zahlungen für Werbung in sozialen Netzwerken besitzt. Santagada forderte, sie offiziell von der Staatsanwaltschaft vorzuladen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen, da die von ihr möglicherweise preisgegebenen Informationen sensibel seien.

Sollten die Staatsanwälte nach Bekanntwerden der neuen Informationen nicht von sich aus tätig werden, planen die Vertreter der Beschwerdeführer, einen formellen Antrag auf Vernehmung der Zeugin zu stellen.

Santagada sprach sich zudem für die Vorladung von Alejandra Saldivar aus, der aktuellen Vizeministerin für Kommunikation im Ministerium für Informationstechnologie und Kommunikation (Mitic), das für die staatliche Technologie- und Kommunikationspolitik zuständig ist. Sie wird wegen berichteter früherer beruflicher Verbindungen zu Agenturen erwähnt, die mit dem Fall in Verbindung stehen.

Santagada betonte, dass eine frühere berufliche Beziehung allein keinen Straftatbestand darstelle. Seiner Ansicht nach könne sie jedoch auf einen möglichen Interessenkonflikt hindeuten und müsse von den Ermittlern geprüft werden. Sollte sich bestätigen, dass staatliche Mittel eingesetzt wurden, würde sich der Fall von einer individuellen Klage wegen Verleumdung zu einer Untersuchung über den Einsatz staatlicher Strukturen gegen Journalisten und Oppositionelle entwickeln.

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Quellen (1)

Aktualisiert: 05.09.2026, 01:01