Die Caja de Jubilaciones y Pensiones del Personal Municipal (CJPPM), lokal als Caja Municipal bekannt, steckt in einer Liquiditätskrise, von der 2.503 Rentner betroffen sind. Im August hatte die Einrichtung lediglich die für Juni bestimmten Leistungen freigegeben; seit 2023 werden die Bezüge in Teilzahlungen und verspätet ausgezahlt.
Die Schulden der Kommunen bei der Einrichtung beliefen sich im Juli auf 51.933 Millionen Guaraní. Den größten Rückstand hatte die Municipalidad de Asunción mit 35.885 Millionen Guaraní, gefolgt von Fernando de la Mora mit 6.309 Millionen Guaraní, Hernandarias mit 1.469 Millionen Guaraní, Ciudad del Este mit 931 Millionen Guaraní und San Lorenzo mit 863 Millionen Guaraní.
Der Verwaltungsrat führt den Ressourcenmangel vor allem auf die unregelmäßige Überweisung der kommunalen Beiträge zurück. Der Bericht führt die Krise außerdem auf mutmaßlich schlechte Verwaltung, fehlende Überweisungen und begrenzte staatliche Maßnahmen zurück. Dem Bericht zufolge hatten Rentner Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, während die Zahlungen verspätet und in Teilbeträgen erfolgten.
Venancio Díaz Escobar steht seit dem Rücktritt von Bernabé Peralta im Januar 2024 an der Spitze der Caja. Laut Gerichtsverfahren und Bericht läuft gegen beide sowie gegen weitere Mitglieder des Verwaltungsrats ein Verfahren wegen mutmaßlicher Untreue im Zusammenhang mit einer angeblichen Veruntreuung in Millionenhöhe. Gegen Díaz Escobar wird zudem wegen der mutmaßlich unrechtmäßigen Erhebung von Honoraren ermittelt. Eine rechtskräftige Entscheidung zu den Vorwürfen liegt noch nicht vor.
Dem Verwaltungsrat gehören neben Díaz Escobar Stela Galeano de Orué als Vertreterin der Rentner, Gustavo Gómez und Juan Amarilla als Vertreter der aktiven Beschäftigten sowie Viviana Brioschi Capurro und Justo Gamarra als Vertreter der kommunalen Institutionen an. Die monatliche Vergütung des Gremiums beläuft sich auf 233.344.480 Guaraní. Dem Bericht zufolge wurden Anfang 2026 trotz der verspäteten Leistungen Erhöhungen der Tagegelder und Boni genehmigt.
Die für Oktober 2024 vorgesehenen Wahlen zur Erneuerung des Verwaltungsrats wurden nach gerichtlichen Maßnahmen ausgesetzt. Dem Bericht zufolge nutzten die derzeitige Leitung und ihr Umfeld rechtliche Schritte, um im Amt zu bleiben; diese Darstellung hängt jedoch von der Prüfung der Gerichtsakten ab. Die Caja versuchte außerdem, durch die Versteigerung von Möbeln und anderem Eigentum Mittel zu beschaffen; das Verfahren wurde jedoch Gegenstand eines Gerichtsverfahrens.
Die Regierung von Santiago Peña schuf 2023 die Superintendencia de Jubilaciones y Pensiones. Die Quelle legt den Umfang ihrer Aufsichtsbefugnisse nicht fest. Dem Bericht zufolge waren fast drei Jahre später noch keine konkreten Maßnahmen zur Sanierung der Caja Municipal angekündigt worden.
Die Krise verschärfte sich nach dem am 14. Mai 2024 gelegten Brand, der Verwaltungsunterlagen zerstörte. Ramón Fernando Kiessel Bejarano räumte im Prozess ein, das Feuer auf Anweisung von Vorgesetzten gelegt zu haben, und erhielt eine zweijährige Strafe mit ausgesetzter Vollstreckung. Fabiana Liduvina Benítez, Rossana Ramírez und Fulvia Fernández müssen sich ebenfalls wegen mutmaßlicher Beteiligung vor Gericht verantworten. Die Ermittlungen haben die Verantwortlichkeitskette noch nicht vollständig geklärt.
