Der paraguayische Senat hat in seinen Ausschüssen ein Gesetzesvorhaben gebilligt, das einen Kredit über 286 Millionen US-Dollar der Japanischen Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA) für den Bau des Südwest-Integrationskorridors genehmigt. Das Projekt sieht den Bau von 154 Kilometern Straßen und 25,37 Kilometern innerstädtischer Verbindungen zwischen Yabebyry und Pilar vor, darunter vier Brücken. Die Strecke soll die Departements Misiones und Ñeembucú verbinden.
Die Ministerin für öffentliche Bauvorhaben und Kommunikation, Claudia Centurión, betonte, das Projekt sei eine historische Schuld gegenüber Ñeembucú, dem Departement mit dem geringsten Anteil an asphaltierten Straßen im Land. Es werde die Anbindung und den Marktzugang verbessern. Die Bauarbeiten sollen nach den Ausschreibungsverfahren 2027 beginnen. Das Vorhaben muss nun noch im Senatplenum beraten werden.
Die Ausschusssitzung war jedoch von scharfer Kritik des Senators Líder Amarilla (PLRA) an der Amtsführung von Ministerin Centurión geprägt. Der Abgeordnete erklärte, die Arbeit des Ministeriums für öffentliche Bauvorhaben und Kommunikation (MOPC) sei von „Korruptionsgeruch“ durchzogen. Er warf der Behörde vor, mehrere Bauprojekte zu Preisen vergeben zu haben, die deutlich über den Referenzwerten lägen.
Amarilla verwies auf Daten, die zuvor vom Senator Éver Villalba (PLRA) vorgelegt worden waren. Demnach seien in 13 Ausschreibungen des MOPC aus den Jahren 2024 und 2025 Mehrkosten von über 157 Millionen US-Dollar entstanden. Als Beispiele nannte er ein Projekt mit einem Referenzpreis von 40 Milliarden Guaraníes, das für 49 Milliarden Guaraníes (21 % Aufschlag) vergeben worden sei, sowie ein weiteres mit einem Referenzpreis von 72 Milliarden Guaraníes, das für 114 Milliarden Guaraníes (etwa 49 % Aufschlag) vergeben wurde.
Der Senator kritisierte zudem die Kosten pro Kilometer des biozeanischen Korridors, die auf 1,65 Millionen US-Dollar geschätzt werden. Im Vergleich zu regionalen Kosten von 600.000 bis 700.000 US-Dollar pro Kilometer bezeichnete er diesen Wert als überhöht. Seiner Ansicht nach verringern solche Aufschläge die mögliche Streckenlänge, die mit den Kreditmitteln realisiert werden könnte.
Auf die Vorwürfe reagierte Ministerin Centurión während der Ausschusssitzung nicht. Sie wurde für kommenden Montag vor das Präsidium des Senats geladen, um zu den Vergabeverfahren und den Baukosten Stellung zu nehmen. Die Senatorin Celeste Amarilla (PLRA) forderte konkrete Erklärungen zu einer Ausschreibung, bei der ein Angebot über 25 Milliarden Guaraníes disqualifiziert worden sei, während der Zuschlag für etwa 49 Milliarden Guaraníes erteilt wurde. Dies wecke den Verdacht auf Absprachen zwischen Unternehmen.
