Neue Anschuldigungen im Fall 'Mafia der Zahlungsanweisungen' treffen Friedensrichterinnen und Justizbeamte

Die Friedensrichterin von La Encarnación, Analía Cibils, und die ehemalige Friedensrichterin von La Catedral, Nathalia Garcete, wurden von der Staatsanwaltschaft Paraguays erneut wegen angeblicher Rechtsbeugung und Verwendung falscher Dokumente im Rahmen des als 'Mafia der Zahlungsanweisungen' bekannten Systems angeklagt. Die Anschuldigungen betreffen auch Aktuare, Gerichtsdiener und Vertreter von Kreditunternehmen.

Die Staatsanwälte Belinda Bobadilla, Jorge Arce und Leonardi Guerrero haben neue Anklagen gegen die Friedensrichterin von La Encarnación, Carmen Analía Cibils Miñarro, und die ehemalige Friedensrichterin von La Catedral, Nathalia Guadalupe Soledad Garcete Aquino, wegen der angeblichen Straftaten der Rechtsbeugung und der Verwendung öffentlicher Dokumente mit falschem Inhalt erhoben. Die Anklagen sind Teil der Ermittlungen zur sogenannten 'Mafia der Zahlungsanweisungen', die ein Netzwerk betrügerischer Ausstellung von gerichtlichen Titeln untersucht.

In dem Verfahren, das Cibils betrifft, wurden auch die Aktuare Martina Elsa Rivela Santacruz und Ricardo Ramón Cuevas als angebliche Mittäter angeklagt. In einem anderen Verfahren wurden neben Cibils der Aktuar Cuevas, die Zustellungsbeamtin Audrey Jazmín Galeano Mora und die Vertreterin der Firma PH SA, Thalia Desiree Benítez Faría, angeklagt, letztere als angebliche Anstifterin der Rechtsbeugung.

Im Fall von Garcete wurden die ehemaligen Aktuare Olivia Asunción Mosqueda Núñez und Pablo Matías Cabrera Irigoitia sowie die ehemalige Gerichtsdienerin Mariam Adelaida Ortíz Aquino wegen derselben Vergehen angeklagt. Die Ermittlungen betreffen auch Rechtsanwälte, die die Companía Administradora de Riesgos SA (CARSA) vertreten – Edgar Fabián Ayala Melo, Juan Alberto Bogado und César Rubén Bogarin Alen – sowie die Rechtsanwältin Sun Young Bang, Vertreterin der Firma Plan Urbano, als angebliche Anstifter der Rechtsbeugung und Täter der Verwendung falscher Dokumente. Der ehemalige Gerichtsvollzieher Víctor Hugo Rotela wurde als Täter der unmittelbaren Herstellung falscher öffentlicher Dokumente angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Frist von zwei Monaten, um in jeder der neuen Verfahren einen abschließenden Antrag zu stellen. Die Hauptverfahren gegen Cibils und Garcete wurden bereits zur mündlichen und öffentlichen Verhandlung erhoben.