Minister der SENAD verteidigt Operation, bei der indigener Führer und Lehrer in Paraguay getötet wurden

Der Minister der Nationalen Antidrogenbehörde (SENAD) verteidigt eine Operation in Paraguay, bei der ein indigener Anführer und ein Lehrer ums Leben kamen. Er weist Vorwürfe von summarischen Hinrichtungen zurück, während Politiker und Menschenrechtsorganisationen Kritik üben.

Minister der SENAD verteidigt Operation, bei der indigener Führer und Lehrer in Paraguay getötet wurden

Jalil Rachid, Minister der Nationalen Antidrogenbehörde (SENAD), hat das Vorgehen seiner Einsatzkräfte während der „Operation Erlösung“ verteidigt. Die Aktion fand vergangenen Freitag in Corpus Christi, einem Bezirk von San Estanislao – auch bekannt als Santaní – im Departamento Canindeyú statt. An dem Einsatz, an dem auch die Gemeinsame Task Force (FTC) beteiligt war, starben zwei Menschen nach einer angeblichen Schießerei.

Die Getöteten wurden als Antonio Carrillo Mancuello, ein Anführer der indigenen Gemeinschaft Y’apo, und Catalino Ramón Correa Acevedo, ein Lehrer aus der Region, identifiziert. Zunächst wurden sie als logistische Unterstützer des Drogenhändlers Felipe Santiago Acosta, bekannt als „Macho“, dargestellt. Angehörige und Gemeindemitglieder bestreiten jedoch jegliche kriminellen Verbindungen und werfen den Behörden summarische Hinrichtungen sowie vorherige Folter vor.

In Pressekonferenzen wies Rachid die Vorwürfe zurück. Er erklärte, die Einsatzkräfte seien bei der Ausführung eines Durchsuchungs- und Festnahmebefehls auf einer Nebenstraße von einem Fahrzeug aus beschossen worden. „Ein Mitglied unserer Spezialeinheit wurde in die Brust getroffen. Dank der ballistischen Schutzplatte, die das Projektil ablenkte, blieb er unverletzt“, sagte er. Die Anwendung tödlicher Gewalt sei eine legitime Notwehrhandlung gewesen.

Rachid betonte, bei den Getöteten seien zwei Sturmgewehre des Kalibers 7,62 – Waffen, die den Sicherheitskräften vorbehalten sind – sichergestellt worden. Ein dritter Mann, Bruno López, sei mit einer Mini-Uzi-Maschinenpistole festgenommen worden. Auf die Frage nach dem Beruf der Opfer entgegnete er, kriminelle Strukturen nutzten oft „legale Tarnungen“ für ihre Aktivitäten. Zudem wies er Behauptungen zurück, die Leichen wiesen Anzeichen von Nahschüssen auf, und verwies auf ein forensisches Gutachten, das auf Schüsse aus mittlerer bis großer Entfernung hindeute.

Die Äußerungen des SENAD-Chefs erfolgen vor dem Hintergrund scharfer Kritik aus Politik und Menschenrechtskreisen. Der Senator Éver Villalba warf Innenminister Enrique Riera und Jalil Rachid vor, mit „spektakulären Einsätzen“ nach öffentlicher Aufmerksamkeit zu streben und dabei Menschenleben zu gefährden. „Bei uns gibt es keine Todesstrafe, und Rachid darf sich nicht zum Richter aufspielen“, erklärte der Abgeordnete und forderte ein Gerichtsverfahren, falls Beweise gegen die Zivilisten vorlägen.

Der Nationale Mechanismus zur Verhütung von Folter (MNP) forderte die Behörden in einer Stellungnahme auf, die Todesfälle nach menschenrechtlichen Standards zu untersuchen. Das Gremium sprach sich dafür aus, die Ermittlungen der Spezialstaatsanwaltschaft für Menschenrechte beim Generalstaatsanwalt zu übertragen, um zu klären, ob es sich um willkürliche Hinrichtungen oder Folter handelte.

Trotz der Kontroverse bestritt Rachid jegliche Spannungen mit Innenminister Enrique Riera und betonte, man arbeite eng zusammen und sei „enge Freunde“.

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Quellen (5)

Aktualisiert: 18.08.2026, 01:00