Ministerin Llanes schlägt zentralisierte Kommunikation der paraguayischen Justiz vor – vor dem Hintergrund von Vorwürfen wegen Einflusshandels

Ministerin Llanes will die Kommunikation der paraguayischen Justiz zentralisieren. Kritiker sehen darin einen Versuch, Informationen abzuschirmen. Die Initiative fällt in eine Zeit, in der ihr Sohn wegen Vorwürfen des Einflusshandels unter Druck steht.

Ministerin Llanes schlägt zentralisierte Kommunikation der paraguayischen Justiz vor – vor dem Hintergrund von Vorwürfen wegen Einflusshandels

Die Richterin am Obersten Gerichtshof Paraguays, Carolina Llanes, hat dem Plenum des Gerichts vorgeschlagen, eine zentralisierte Kommunikationspolitik für die Justiz wiederzubeleben und umzusetzen. Grundlage dafür soll die im März 2023 beschlossene Vereinbarung Nr. 9990 sein. In ihrer Stellungnahme argumentierte die Richterin, es sei notwendig, die institutionelle Fähigkeit zu stärken, als vertrauenswürdige Quelle zu agieren, Desinformation zu bekämpfen und die Arbeit der Justiz für die Bürger verständlicher zu machen. Sie verwies auf die Verbreitung von „fragmentierten Informationen, unvollständigen Inhalten, Halbwahrheiten, aus dem Zusammenhang gerissenen Geschichten und auch falschen Informationen“.

Laut einem Bericht der Zeitung *El Observador*, der nicht unabhängig bestätigt wurde, diene Llanes’ Vorstoß in Wirklichkeit dazu, „Informationen abzuschirmen“ und kritische Medien anzugreifen. Dieselbe Publikation berichtet, dass die Ministerin seit ihrem Amtsantritt am Obersten Gerichtshof versucht habe, die Kontrolle über die Kommunikationsabteilung zu erlangen, die zuvor dem ehemaligen Richter Antonio Fretes unterstand. Llanes verfügt über Erfahrung in Positionen mit starker Öffentlichkeitsarbeit: Sie war juristische Beraterin, Ministerin beim Institut für soziale Vorsorge (IPS), Ministerin beim Nationalen Dienst für berufliche Förderung (Senabico) und kommissarische Bürgermeisterin von Ciudad del Este während der Amtszeit von Mario Abdo Benítez.

Parallel dazu steht Llanes im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe, die die Präsidentin des Anwaltskollegiums von Alto Paraná, Nidia Silvero de Prieto, in einem Interview mit dem Sender *El Observador Radio-TV* erhob. Silvero de Prieto behauptete, der Sohn der Ministerin, der Anwalt Álvaro Rojas Vía Llanes, betreibe „dreist und ganz offen“ Einflusshandel, indem er sich frei in den Büros der Richter bewege – auch außerhalb der Dienstzeiten. Sie bezeichnete die Situation als „Ohrfeige für die prozessführenden Anwälte“ und forderte Llanes auf, „ihre Wurzeln nicht zu vergessen“, womit sie auf deren frühere Tätigkeit als Lehrerin anspielte. Eine offizielle Stellungnahme von Llanes oder ihrem Sohn zu den Vorwürfen liegt nicht vor.

Trotz dieser Kontroversen nahm die Richterin als Mitglied der Strafkammer an einer Podiumsdiskussion über die „Neuen Herausforderungen des Strafvollzugssystems“ teil, die im Rahmen eines Projekts zum Zugang zur Justiz stattfand. Llanes sprach über den „Aufbau einer justiziellen Politik für den rationalen Einsatz der Untersuchungshaft“ und plädierte für eine umfassende staatliche Kriminalpolitik, die über Regierungswechsel hinaus Bestand habe. Ziel sei es, die Anwendung der Untersuchungshaft zu reduzieren und ihren Ausnahmecharakter zu stärken – durch bessere Koordination zwischen den Institutionen.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 22.08.2026, 01:00