Ein vom Senator Eduardo Nakayama eingebrachter Gesetzentwurf sieht vor, jährlich etwa 20 Millionen US-Dollar für die Stärkung des Cuerpo de Bomberos Voluntarios del Paraguay bereitzustellen. Die Initiative wurde am 4. September 2026 in einer öffentlichen Anhörung diskutiert und umfasst Mittel für Ausrüstung, Fahrzeuge, Feuerwehrwachen sowie den Ausbau der territorialen Abdeckung.
Nakayama verwies auf die hohe Zahl von Verkehrsunfällen, insbesondere mit Motorradfahrern, sowie auf städtische und Waldbrände. Der Senator betonte, dass die Feuerwehrleute bei Notfällen an vorderster Front stünden und oft Unfallopfer noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte retteten.
Der Entwurf zielt zudem darauf ab, die Abhängigkeit von Sammlungen und Spenden zu verringern, die einen Großteil der Arbeit der Feuerwehren finanzieren. Nakayama kritisierte, dass die Feuerwehren auf Fahrzeuge, Uniformen und Geräte aus dem Ausland angewiesen seien, von denen einige bereits seit Jahrzehnten im Einsatz seien. „Man kann sie nicht weiter mit Spenden befreundeter Länder am Laufen halten“, erklärte er.
Ein zentrales Argument des Projekts ist die regionale Ungleichheit. Der Chaco macht etwa 60 Prozent des paraguayischen Territoriums aus, verfügt jedoch nur über fünf Feuerwehrwachen. Die meisten Standorte konzentrieren sich auf Asunción und das Departamento Central. In vielen Gemeinden gibt es weder Löschfahrzeuge noch nahegelegene Feuerwehrteams, um Brände und Unfälle schnell zu bekämpfen.
Vertreter der Feuerwehren unterstützten die staatliche Finanzierung, betonten jedoch, dass es um die Stärkung des Notfallsystems und nicht um eine einfache Geldüberweisung gehe. Richard López, Präsident der Feuerwehrvereinigung und „Brigadier Nacional“, erklärte, dass die Freiwilligen seit etwa fünf Jahrzehnten Aufgaben im Zivilschutz und in der Notfallversorgung übernehmen.
Hauptmann Oscar Acuña wies darauf hin, dass der Großteil der von den Feuerwehren verwalteten Mittel aus Sammlungen und Spenden stamme. Paraguay verfüge über rund 22.000 Feuerwehrleute. Er forderte die Anerkennung der Freiwilligen als öffentliche Bedienstete mit angemessenen Arbeitsbedingungen für Einsätze bei Bränden, Unfällen, Rettungsaktionen und Kontaminationsfällen.
Der Gesetzentwurf muss noch das Parlament durchlaufen, bevor über eine mögliche Aufnahme in den Haushalt und die Verteilungskriterien entschieden wird. Bei einer Verabschiedung könnte die Finanzierung die Reaktionsfähigkeit in Regionen verbessern, in denen lange Anfahrtswege oder fehlende Ausrüstung die Hilfeleistung heute verzögern.
