Paraguays Polizei soll bis Dezember 2026 auf 42.611 Beamte anwachsen

Das paraguayische Innenministerium plant, den Personalbestand der Nationalpolizei bis Dezember 2026 auf 42.611 Beamte zu erhöhen. Dafür sollen 5.000 neue Absolventen ausgebildet werden, begleitet von verstärkter Aus- und Weiterbildung sowie internen Kontrollen. Innenminister Enrique Riera räumte ein, dass die Aufstockung allein das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht beseitigen werde.

Paraguays Polizei soll bis Dezember 2026 auf 42.611 Beamte anwachsen

Das Innenministerium plant, die Nationalpolizei bis Dezember 2026 auf 42.611 Beamte aufzustocken. Dafür sollen 5.000 neue Absolventen in den Dienst aufgenommen werden. Der aktuelle Personalstand liegt bei 37.611 Beamten, nachdem er im August 2023 noch 26.793 betrug.

Innenminister Enrique Riera stellte die Zahlen anlässlich des Tags des Polizeibeamten in Luque vor. Er betonte, dass der Personalausbau durch verbesserte Ausbildung, interne Kontrollen und eine stärkere Präsenz auf den Straßen flankiert werden müsse. Von den derzeitigen Beamten sind 28.916 in der Prävention, Sicherheit und Streifendienst tätig, 3.300 in der Kriminalermittlung und 5.395 in Spezialeinheiten wie der Spezialoperationskräfte (FOPE) und der Spezialeinsatzgruppe (GEO).

Mit der geplanten Aufstockung würde das Verhältnis auf fast drei Polizisten pro 1.000 Einwohner steigen – ein Wert, den Riera als Empfehlung der Vereinten Nationen nannte. Aktuell liegt die Quote bei etwa 2,8 Beamten pro 1.000 Einwohner. Allerdings umfasst diese Berechnung das gesamte Personal, während ein Teil der Beamten nicht im Streifendienst eingesetzt ist.

Nach Kritik an der verkürzten Ausbildung verteidigte Riera das Modell für neue Unteroffiziere. Demnach umfasst der einjährige Lehrgang 1.610 Stunden theoretische Ausbildung und 500 Stunden Berufspraktikum. Dies entspreche den Vorgaben des Bildungs- und Wissenschaftsministeriums (MEC). Offiziere durchlaufen hingegen eine vierjährige Ausbildung mit über 3.200 Unterrichtsstunden, was über den 2.700 Stunden liegt, die der Nationale Rat für Hochschulbildung (Cones) verlangt.

Der Plan sieht zudem ein zweijähriges Mindestpraktikum in Polizeidienststellen in Asunción und im Departamento Central vor, mit Schwerpunkt auf städtischem Streifendienst und kontinuierlicher Weiterbildung. Die Kandidaten der Jahrgänge 2024 und 2025 wurden aus über 18.000 Bewerbern ausgewählt, die Prüfungen wurden von der Nationalen Universität Asunción (UNA) durchgeführt.

Im Bereich der Disziplinarkontrolle wurden zwischen 2023 und 2026 insgesamt 2.110 Beamte von der Internen Ermittlung überprüft, 947 wegen schwerwiegender Verdachtsmomente disziplinarrechtlich belangt und 189 entlassen. Laut Bericht standen fünf Prozent der Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, allerdings führten nicht alle Entlassungen auf diesen Tatbestand zurück. Geplant sind zudem rund 450 Integritätsprüfungen, darunter auch Lügendetektortests, die für Beförderungen verpflichtend sind.

Riera räumte ein, dass die Personalaufstockung und die Verbesserung einiger Kriminalitätsindikatoren das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht vollständig beseitigen. Zwar sei die Zahl der Motorraddiebstähle von etwa 5.000 auf 2.500 pro Jahr gesunken, doch bleibe die Zahl für die Betroffenen hoch. Als Gegenmaßnahme will die Regierung mit Herstellern und Besitzern zusammenarbeiten, um GPS-Systeme in Motorrädern zu installieren. Dies soll gestohlene Fahrzeuge schneller lokalisierbar machen und das Risiko gewaltsamer Auseinandersetzungen verringern.

Der Minister verwies zudem auf eine Rate von 6,1 Gewalttötungen pro 100.000 Einwohner und erklärte, internationale Vergleiche stuften Paraguay als eines der sichersten Länder Lateinamerikas ein. Diese Vergleiche wurden in den veröffentlichten Unterlagen nicht näher erläutert. Unabhängig davon können Wahrnehmung, Dunkelziffern, regionale Unterschiede in der Kriminalitätsverteilung und die Reaktion der Behörden zu sehr unterschiedlichen Erfahrungen in der Bevölkerung führen.

Abschließend betonte Riera, dass Sicherheit nur durch die Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft, Justiz und Strafvollzug gewährleistet werden könne. In Bezug auf Drogenabhängigkeit erklärte er, dass Konsumenten, die keine Straftaten begangen haben, als Patienten behandelt und nicht inhaftiert werden sollten. Als Teil dieses Ansatzes nannte er den „Plan Sumar“.

Teilen WhatsApp Facebook LinkedIn

Quellen (3)

Aktualisiert: 05.09.2026, 01:01