Bei der Operation Aurelia wurden vier Paraguayer und Ausländer festgenommen. Die Ermittlungen richten sich gegen ein mutmaßliches internationales Goldschmuggelnetzwerk, das Paraguay als Transitland zwischen Brasilien und Zielen wie Panama und der Türkei genutzt haben soll. Die Nationalpolizei und die Staatsanwaltschaft durchsuchten Orte in Asunción und im Departamento Central, darunter den internationalen Flughafen Silvio Pettirossi in Luque.
Die Quellen machen unterschiedliche Angaben zur Zahl der durchsuchten Immobilien und Orte: Die Berichte nennen sechs bis zehn sowie acht und rund zehn Durchsuchungen. Auch bei den Haftbefehlen gibt es abweichende Zahlen: Polizeikommissar Luis López sprach von neun, Staatsanwalt Juan Ramón Sandoval von sieben. Diese Gesamtzahlen beziehen sich auf unterschiedliche Maßnahmen und wurden zu verschiedenen Zeitpunkten der Operation veröffentlicht.
Die Ermittlungen begannen nach zwei Goldfunden am Flughafen: 22 Kilogramm im November 2025 und eine zweite Lieferung im April 2026, die in den Berichten mit 25 oder 27 Kilogramm angegeben wird. Einige Nachrichtenberichte bezifferten den geschätzten Gesamtwert der Lieferungen auf 6 bis 7 Millionen US-Dollar; die veröffentlichten Gewichtsangaben sind jedoch uneinheitlich. Nach der Ermittlungshypothese stammte das Metall hauptsächlich aus Brasilien und wurde über Paraguay in andere Länder weitertransportiert. Istanbul wurde als Endziel genannt.
Kommissar López erklärte, das Netzwerk habe Transporteure angeworben, die das Gold in Linienflügen beförderten, und mit dem Schmuckhandel verbundene Geschäfte als Tarnung genutzt. Ein Modeschmuckgeschäft im Flughafen soll als Stützpunkt gedient haben, um die Übergabe des Metalls an die Passagiere zu organisieren. Die Ermittlungen verweisen außerdem auf Scheinfirmen und Privatpersonen in Paraguay; welche Rolle die einzelnen Beteiligten spielten, muss noch geklärt werden.
In einem Haus im Stadtteil Manorá in Asunción fanden die Ermittler Dokumente, Schmuck, verschiedene Metalle und mögliche chemische Vorprodukte, die vermutlich zum Schmelzen oder Raffinieren von Metallen dienen könnten. Die Gegenstände sollen sachverständig untersucht werden. Staatsanwalt Sandoval sagte, die Ermittlungen müssten klären, ob Verbindungen zu einer Scheinfirma oder zu einem Schmuckgeschäft im Flughafen bestanden. Die Polizei erklärte außerdem, vorläufige Analysen hätten bei den Barren einen Reinheitsgrad von 98 bis 99 Prozent ergeben. Eine Herkunft aus dem brasilianischen Amazonasgebiet ist eine Hypothese der Ermittler und kein in den Berichten veröffentlichter abschließender Gutachtenbefund.
Das Haus gehört Mirtha Cristaldo, der früheren Partnerin des Irakers Laith Alzayek, nach dem die Behörden suchen. Der Anwalt Víctor Melgarejo sagte, Staatsanwalt Sandoval habe ihm mitgeteilt, dass gegen Cristaldo und ihre Tochter nicht ermittelt werde und sie weder gesucht noch beschuldigt noch angeklagt seien. Alzayek wohne nach Angaben des Anwalts nicht in dem Haus. Sandoval hielt es für verfrüht, vor weiteren Ermittlungsschritten zu beurteilen, ob Cristaldo mit dem Fall in Verbindung steht.
