Paraguay integriert Polizeidatenbanken in Interpol-System und Parlament debattiert polizeilichen Zugriff auf private Überwachungskameras

Paraguay hat seine Polizeidatenbanken in das Echtzeit-Abfragesystem der Interpol eingebunden. Gleichzeitig berät das Parlament über einen Gesetzentwurf, der der Polizei Zugang zu privaten Überwachungskameras ermöglichen soll.

Paraguay integriert Polizeidatenbanken in Interpol-System und Parlament debattiert polizeilichen Zugriff auf private Überwachungskameras

Die Nationale Polizei und die Nationale Migrationsbehörde Paraguays haben ihre Systeme offiziell mit den globalen Datenbanken der Internationalen Kriminalpolizeilichen Organisation (Interpol) vernetzt. Die Anbindung ermöglicht Echtzeit-Abfragen bei Straßenkontrollen und Grenzkontrollen und gewährt Zugriff auf drei zentrale Instrumente: namentliche Fahndungsmeldungen gesuchter Personen, die Datenbank für gestohlene oder verlorene Reisedokumente (SLTD) sowie den Bericht über gestohlene Fahrzeuge (SMV).

Kommissar César Silguero, Kommandant der Nationalen Polizei, bezeichnete die Maßnahme als entscheidenden Fortschritt für die innere Sicherheit. Julio Maldonado, Leiter der Interpol-Stelle in Paraguay, bestätigte, dass das System während der bevorstehenden Internationalen Rallye in Itapúa sowie am Internationalen Flughafen Silvio Pettirossi und in den Hauptstädten der Departements einsatzbereit sein wird.

Jorge Kronawetter, Generaldirektor der Migrationsbehörde, erklärte, dass bei einer roten Interpol-Fahndungsmeldung – die auf einen internationalen Haftbefehl hinweist – die betroffene Person vor Ort sofort festgenommen wird. Bisher hatten Grenzposten nur eingeschränkten Zugriff auf internationale Fahndungsdaten.

Parallel dazu hat die Abgeordnetenkammer einen umstrittenen Gesetzentwurf wieder aufgegriffen, der der Nationalen Polizei den Zugriff auf Aufnahmen privater Überwachungskameras ermöglichen soll, sofern diese den öffentlichen Raum erfassen. Der von dem Abgeordneten der Colorado-Partei, Yamil Esgaib, eingebrachte Vorschlag sieht zudem vor, dass die Installation solcher Kameras einer polizeilichen Genehmigung bedarf.

Der Entwurf, der bereits vom Senat abgelehnt worden war, stößt bei Oppositionspolitikern auf Kritik. Sie bemängeln mögliche Eingriffe in die Privatsphäre und die persönliche Freiheit der Bürger. Einige Abgeordnete schlugen vor, zunächst das Datenschutzgesetz zu erweitern, bevor die Maßnahme weiterverfolgt wird.

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Quellen (3)

Aktualisiert: 12.08.2026, 01:00