Paraguayische Polizei suspendiert Beamten und ermittelt wegen mutmaßlicher Ausstellung von Ausweisen für Ausländer

Die paraguayische Polizei suspendiert einen Beamten und untersucht ein mutmaßliches System zur unrechtmäßigen Ausstellung von Personalausweisen für Ausländer, vor allem Brasilianer, nachdem die Aushändigung von Dokumenten an Personen mit Vorstrafen verhindert wurde.

Paraguayische Polizei suspendiert Beamten und ermittelt wegen mutmaßlicher Ausstellung von Ausweisen für Ausländer

Die Identifizierungsabteilung der Nationalpolizei Paraguays hat zehn verbindliche Anforderungen für ausländische Einwohner festgelegt, die einen paraguayischen Personalausweis beantragen möchten. Die Resolution 717/2026, erlassen vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Aufenthaltsanträge von Ausländern um 64 % im Jahr 2025, listet Dokumente wie eine Bescheinigung über den dauerhaften oder vorübergehenden Wohnsitz, eine beglaubigte Kopie des Ausweisdokuments des Herkunftslandes, eine legalisierte Geburtsurkunde, einen Lebens- und Wohnsitznachweis sowie ein polizeiliches Führungszeugnis aus dem Herkunftsland und aus Paraguay auf. Alle Dokumente in nicht-spanischen Sprachen – mit Ausnahme von Portugiesisch – müssen von einem bei dem Obersten Gerichtshof zugelassenen vereidigten Übersetzer übersetzt werden.

Das System steht jedoch unter Beobachtung, nachdem ein Versuch aufgedeckt wurde, einem brasilianischen Staatsbürger mit Vorstrafen und einem in Brasilien gültigen Haftbefehl unrechtmäßig einen Ausweis auszustellen. Kommissar Hugo Díaz, Leiter der Wissenschaftlichen und Technischen Direktion der Polizei, bestätigte, dass ein Mitarbeiter der Identifizierungsabteilung die Herstellung des Dokuments fälschlicherweise genehmigt hatte, die Aushändigung jedoch dank Systemwarnungen verhindert werden konnte. Der Beamte wurde suspendiert und der Generaldirektion für Kriminalermittlungen übergeben, zudem wurde ein disziplinarisches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Ermittlungen wurden auf ein mutmaßliches System ausgeweitet, an dem zehn Ausländer – überwiegend Brasilianer – beteiligt sein sollen, die bis zu 10.000 US-Dollar für unrechtmäßig ausgestellte Ausweise gezahlt haben sollen. Die Generalinspektion für Interne Angelegenheiten der Polizei forderte vom Leiter der Identifizierungsabteilung, Kommissar Alcides Duarte Arzamendia, detaillierte Informationen über die Bearbeitung und Aushändigung der Dokumente an. In einer offiziellen Mitteilung erklärte die Behörde, dass acht der zehn Anträge durch Sicherheitsfilter blockiert wurden, die Vorstrafen anhand internationaler Warnmeldungen erkannten, während zwei Anträge nach rechtmäßiger Prüfung als zulässig eingestuft wurden.

Die Staatsanwaltschaft leitete parallel eigene Ermittlungen ein und beauftragte die Staatsanwälte Pamela Pérez, Luis Said und Alejandro Cardozo mit der Aufklärung eines möglichen illegalen Systems innerhalb der Abteilung. Mehrere hochrangige Polizeikommandanten wurden zu Aussagen vorgeladen, während die Behörde ihr Engagement für Transparenz und öffentliche Sicherheit bekräftigte.

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Quellen (5)

Aktualisiert: 22.08.2026, 01:00