Das paraguayische Gesundheitsministerium hat am Mittwoch einen Planungsworkshop begonnen, um eine nationale Strategie zur Beseitigung von über 30 übertragbaren Krankheiten und vermeidbaren Gesundheitsrisiken zu erarbeiten. Die Initiative wird technisch von der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO/WHO) unterstützt und soll bereits erzielte Fortschritte konsolidieren sowie ausstehende Maßnahmen beschleunigen.
Die Gesundheitsbehörden unterteilten die Fortschritte in drei Hauptbereiche. Der erste umfasst historische Erfolge, die gehalten werden konnten, wie die Ausrottung von Polio, des kongenitalen Rötelnsyndroms, Malaria, Cholera und Gelbfieber. Diese Erfolge basieren auf Impfungen, epidemiologischer Überwachung und Präventionsmaßnahmen.
Der zweite Bereich umfasst kurzfristige Ziele, bei denen Paraguay kurz vor der Eliminierung der durch Hunde übertragenen Tollwut beim Menschen sowie der offenen Defäkation steht. Letzteres ist mit dem Ausbau und der Verbesserung der Sanitärversorgung verknüpft.
Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Innovation und Aktualisierung gesundheitspolitischer Strategien. Dazu gehören die Anpassung von Vorschriften und die Vereinfachung von Verfahren, um die ETMI-Plus-Strategie voranzubringen – diese zielt auf die Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV, angeborener Syphilis und Chagas ab – sowie die Stärkung von Maßnahmen gegen HIV/Aids, virale Hepatitis, sexuell übertragbare Infektionen, Lepra, Gebärmutterhalskrebs, bakterielle Meningitis und Echinokokkose.
Der stellvertretende Minister für Gesundheitsaufsicht und -überwachung, José Ortellado, betonte die Bedeutung der Kombination von technischer Kompetenz, Fachwissen und klarer Planung, um gesundheitspolitische Ziele in konkrete Ergebnisse umzusetzen. Andrea Ojeda, Leiterin der Gesundheitsüberwachung, hob hervor, dass die unmittelbare Herausforderung darin bestehe, die vorhandene Diagnostik in einen wirksamen Aktionsplan umzuwandeln, der von der Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche abhängt.
Haydee Padilla, Vertreterin der PAHO/WHO in Paraguay, würdigte die vom Land entwickelten Kapazitäten und erklärte, dass die größte Herausforderung nicht nur darin bestehe, eine Krankheit zu eliminieren, sondern sicherzustellen, dass die Ergebnisse langfristig Bestand haben. Sie bekräftigte, dass Paraguay die Voraussetzungen habe, den Prozess zu beschleunigen, und dass der Workshop dazu diene, die Analyse von Hindernissen und Chancen in konkrete Entscheidungen umzusetzen.
