Paraguay prüft Übernahme von F-5-Kampfjets aus Taiwan für Überschallfähigkeit

Die Luftwaffe Paraguays erwägt die Übernahme von F-5-Kampfjets aus Taiwan, um ihre Überschallfähigkeit wiederherzustellen. Die vorläufigen Gespräche berücksichtigen auch die hohen Betriebskosten und logistischen Herausforderungen.

Paraguay prüft Übernahme von F-5-Kampfjets aus Taiwan für Überschallfähigkeit

Die Luftwaffe Paraguays (FAP) prüft die mögliche Übernahme von überschallfähigen F-5 Tiger II-Kampfjets aus Taiwan. Die noch in einer frühen Diskussionsphase befindliche Operation könnte Paraguay eine Reaktionsfähigkeit im Überschallbereich zurückgeben, die das Land seit Jahrzehnten nicht mehr besitzt.

Verteidigungsminister General a. D. Óscar González bestätigte, dass es Gespräche über eine mögliche Übergabe der Flugzeuge im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit gibt. „Es gibt Gespräche und Verhandlungen. Die Kooperationsbeziehungen zwischen Taiwan und Paraguay sind sehr aktiv, aber ich möchte keine Details vorwegnehmen, da die Gespräche noch auf diplomatischer Ebene geführt werden“, erklärte der Minister in einem Interview mit dem Radiosender 1000.

Die mögliche Übergabe erfolgt im Zuge der Modernisierung der taiwanischen Militärflotte, die auch fortschrittliche Trainingsflugzeuge des Typs AT-3 umfassen könnte. Die F-5-Kampfjets, die Geschwindigkeiten von etwa Mach 1,6 erreichen können, würden einen qualitativen Sprung gegenüber den derzeit eingesetzten Turboprop-Maschinen wie den A-29 Super Tucano darstellen.

Doch die Prüfung geht über den reinen Erwerb hinaus. Die FAP muss eine Reihe kritischer Faktoren bewerten, darunter den Zustand der angebotenen Flugzeuge, ihre verbleibende Nutzungsdauer, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, den Modernisierungsbedarf der Systeme sowie vor allem die Betriebs- und Logistikkosten, um sie flugtauglich zu halten.

Laut Schätzungen des Portals Asunción Times könnte eine Flugstunde mit einem F-5 etwa 5.000 US-Dollar kosten – ein Vielfaches der Betriebskosten eines Super Tucano, die bei etwa 1.000 bis 1.200 US-Dollar pro Stunde liegen. Dieser Unterschied spiegelt die deutlich höhere Komplexität und die anspruchsvolleren Wartungsanforderungen eines Düsenkampfflugzeugs wider.

Während die Super Tucano hauptsächlich für Überwachungs-, Patrouillen- und Bekämpfungsmissionen gegen illegale Flüge eingesetzt werden, würden die F-5 andere Aufgaben erfüllen, etwa die schnelle Abfangjagd und die Luftraumverteidigung. Eine mögliche Übernahme würde Paraguay auf ein anderes operatives Niveau heben als seine Nachbarn: Bolivien setzt die Trainingsflugzeuge K-8W Karakorum ein, während Argentinien seine Flotte mit F-16-Kampfjets modernisiert.

Parallel zu dieser Prüfung führt Paraguay bereits ein umfangreiches Modernisierungsprogramm durch: Sechs A-29 Super Tucano der brasilianischen Embraer wurden für 101,6 Millionen US-Dollar bestellt. Vier davon sind bereits im Einsatz, die beiden restlichen sollen noch im August eintreffen. Paraguays Piloten nahmen kürzlich an der multinationalen Übung Salitre 2026 in Chile teil und sammelten dabei Erfahrungen mit den neuen Maschinen in gemeinsamen Operationen.

Sollte die Übernahme der F-5 realisiert werden, würde dies nicht nur eine Verstärkung des militärischen Inventars bedeuten, sondern auch die Rückkehr zu einer strategischen Fähigkeit, die neue und erhebliche budgetäre sowie logistische Herausforderungen für das Land mit sich bringen würde.

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Quellen (2)

Aktualisiert: 18.08.2026, 01:00